Yasuhiro Yamashitas Aufruf zu Judo für alle
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Yasuhiro Yamashita richtete bei der Eröffnungsfeier des Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam eine eindringliche Botschaft an das Publikum. Der Olympiasieger und vierfache Weltmeister sprach per Video aus seinem Rollstuhl und rief die Judo-Gemeinschaft dazu auf, eine inklusivere Welt zu schaffen.
Yamashitas sportliches Vermächtnis ist bereits immens, geprägt von Disziplin, Mut und einem bemerkenswerten Erfolgswillen. Doch die Botschaft des ehemaligen Champions in Lausanne drehte sich nicht um Medaillen oder frühere Siege, sondern um die Werte, die Judo über das Tatami hinaus vermitteln kann.
Drei Jahre nachdem ein Unfall eine Rückenmarksverletzung verursacht hatte, lebt Yamashita heute im Rollstuhl. Er erklärte, dass diese Erfahrung seinen Glauben an den Sinn des Lebens gestärkt und seiner Arbeit eine neue Richtung gegeben habe.
Seine Worte fielen in einen passenden Rahmen. Beim ersten Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam traten Athletinnen und Athleten im adaptierten Judo und im Gehörlosen-Judo in derselben Arena, auf derselben Bühne und vor demselben Publikum wie die Teilnehmenden der World Judo Tour an. Für Yamashita spiegelte diese gemeinsame Bühne den wahren Zweck des Sports wider: Judo für alle.
Yamashitas Botschaft rückte Inklusion ins Zentrum der Zukunft des Judo.
Er beschrieb es als seine künftige Lebensaufgabe, eine Gesellschaft aufzubauen, in der Menschen mit Behinderungen akzeptiert und unterstützt werden. Es war ein direkter und persönlicher Appell von einer der angesehensten Persönlichkeiten dieses Sports.
Yamashita erinnerte Athletinnen, Athleten und Funktionäre auch daran, dass es im Judo nicht einfach darum geht, Gewinner und Verlierer zu bestimmen. Respekt vor dem Gegner und gegenseitige Entwicklung seien, so sagte er, zentral für den Geist des Sports.
Im Mittelpunkt seiner Ansprache stand Jita Kyoei, das von Jigoro Kano Shihan eingeführte Prinzip des gegenseitigen Wohlergehens und Nutzens. Yamashita betonte, dass diese Idee nicht auf das Tatami beschränkt bleiben dürfe. Seiner Ansicht nach kann sie Menschen über Grenzen hinweg verbinden und dazu beitragen, Frieden zu fördern.
Er würdigte Kampfgeist, Höflichkeit und Entschlossenheit der Athletinnen und Athleten in Lausanne und sagte, ihre Leistungen gäben Menschen auf der ganzen Welt Mut und Hoffnung. Die Botschaft war bewegend, weil sie von einer Judo-Legende kam, deren Entschlossenheit nicht nachgelassen hat, sondern einen neuen Zweck gefunden hat.
Für Yamashita ist die Herausforderung nun klar: Die Werte des Judo nutzen, um eine Welt zu schaffen, in der mehr Menschen dazugehören.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation