Polens Heim-Open als letzter Prüfstein: 11 Medaillen und neue Hoffnung Richtung Tbilisi

Beim Warsaw European Open 2026 ist der Vorhang gefallen – und für Polen blieb mehr als nur Applaus. Sportdirektor Adam Maj ordnet das Heimturnier als einen der letzten wichtigen Stopps auf dem Weg zur Europameisterschaft in Tbilisi ein, die in einem Monat ansteht. Für mehrere Athletinnen und Athleten ging es ganz konkret darum, fehlende Rankingpunkte einzusammeln oder die Qualifikation endgültig abzusichern.

Maj bewertet das sportliche Niveau als „gut“ und beschreibt das European-Open-Format als Bühne für Judoka, die im IJF World Ranking meist im Mittelfeld stehen. Genau das mache den Reiz aus: Hier wird internationaler Druck spürbar, ohne dass es nur um die ganz großen Namen wie bei Grand Slam oder Grand Prix geht. Für viele ist es der Schritt, auf dem man lernt, wie sich Senior-Wettkämpfe wirklich anfühlen.

In Warschau ging es nicht nur um Medaillen, sondern um Richtung und Selbstvertrauen.

Aus polnischer Sicht fiel die Bilanz klar positiv aus: 11 Medaillen insgesamt, darunter 4 Mal Gold, 4 Mal Silber und 3 Mal Bronze. Besonders erfreulich fand Maj die Auftritte der jüngeren Generation, die teils noch Junior oder U23 ist und trotzdem auf Senioren-Niveau gewinnen kann.

Gold holten unter anderem Szymon Szulik (-81 kg) und Aleksandra Kowalewska (-70 kg) sowie Grzegorz Teresiński (+100 kg), der laut Maj sehr selbstbewusst und „mit gutem Stil“ auftrat. Auch Barbara Twarowska (-52 kg) und Michał Jędrzejewski (-100 kg) werden für starke Leistungen hervorgehoben.

Szulik sieht Maj als den deutlichsten Gewinner im internen Konkurrenzkampf: Noch Junior, aber schon ganz oben auf dem Podium. Bei Kowalewska spricht er von einem sichtbaren nächsten Schritt, nachdem sie im Vorjahr Fünfte war. Und in der +100-kg-Klasse sorgt die Rivalität zwischen Teresiński und dem ebenfalls dekorierten Jakub Sordyl für Wettbewerb, der langfristig tragen soll.

Viele dieser Medaillen sind auch Tickets für die nächste Stufe im Kalender.

Trotz aller Euphorie bleibt Maj realistisch: Eine endgültige Standortbestimmung komme erst nach den großen Saisonhöhepunkten, den Europameisterschaften und Weltmeisterschaften. Gleichzeitig betont er, wie wichtig Heimturniere wie das Warsaw European Open – ebenso wie Events in Poznań und Bielsko-Biała – für Polens Sport und Organisation sind. Und der Blick geht schon weiter: Auch die Möglichkeit, künftig die World Junior Championships auszurichten, steht als Gedanke im Raum.

Quelle: EJU_News

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