Warschau ist zurück: Kropska im Fokus, Frankreich und Co. bringen Druck

An diesem Wochenende ist die European Open in Warschau wieder da – und das klingt nach einem echten Härtetest für alle, die sich auf der europäischen Tour beweisen wollen. 320 Athletinnen und Athleten aus 27 Nationen, verteilt über sechs Kontinente, stehen nach der Auslosung am Freitagabend im Teilnehmerfeld. Mit 191 Männern und 129 Frauen zeigt die polnische Hauptstadt erneut, warum sie ein fester Termin im Kalender ist.

Am Samstag gehen die leichteren Männerkategorien U60kg, U66kg und U73kg an den Start, dazu die Frauen U63kg, U70kg, U78kg und +78kg. Am Sonntag folgen bei den Männern U81kg, U90kg, U100kg und +100kg sowie bei den Frauen U48kg, U52kg und U57kg. Schon der Zeitplan wirkt wie ein durchgetaktetes Judo-Wochenende ohne Verschnaufpause.

Die Meldelisten deuten auf enge Kämpfe hin. U73kg bei den Männern ist mit 46 Teilnehmern die größte Kategorie, danach kommen U66kg (39) und U81kg (35). Bei den Frauen führt U63kg mit 27 Athletinnen vor U70kg mit 23; in +78kg sind neun gemeldet.

Warschau bleibt ein Magnet: volle Klassen, starke Teams, zwei Tage Dauerstress.

Europa ist zahlenmäßig stark vertreten: Polen stellt mit 55 Judoka das größte Aufgebot, Frankreich kommt mit 46. Auch Spanien (27), Deutschland (26), Italien (25) und die Niederlande (21) bringen Tiefe ins Turnier. Genau diese Breite macht den Medaillenkampf schwer vorhersehbar.

Ein Blick zurück erhöht die Spannung: 2024 war Frankreich in Warschau die stärkste Nation mit drei Goldmedaillen durch Astride Gneto, Alya De Carvalho und Grace Esther Mienandi Lahou. Polen glänzte ebenfalls, unter anderem mit Gold für Pawel Drzymal (U81kg) und Angelika Szymańska (U63kg) – doch Szymańska wird ihren Titel dieses Mal nicht verteidigen.

Polens Aushängeschild ist Natalia Kropska, die als bestplatzierte Athletin des Turniers (22) ins Wochenende geht. Sie brachte schon früh große Ergebnisse: Silber bei der Cadet-WM 2017 und Bronze bei der Cadet-EM im selben Jahr. Auf European-Open-Niveau sammelte sie zuletzt Medaillen in Gyor (2024) und Rom, dazu Bronze beim Grand Slam 2025 in Baku – nur in Warschau wartet sie noch auf den Durchbruch.

Auch die gesetzten Namen unterstreichen den europäischen Charakter: Bei Polen stehen unter anderem Katarzyna Sobierajska, Kropska, Piotr Kuczera und Grzegorz Teresinski im Fokus. Frankreich reist mit Kandidatinnen wie Ophelie Vellozzi und Anais Perrot an. Und die Niederlande setzen auf Junioren-Weltmeisterin Linde Hanstede in U78kg, die ihre Form vom letzten Jahr wiederfinden will.

Für Kropska geht es nicht nur um Punkte, sondern auch um den Moment vor heimischem Publikum.

Quelle: JudoInside

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