Koga bleibt in Ulaanbaatar stabil, Europas Medaillenhoffnungen im -48-kg-Judo geteilt
Teilen
Wakana Koga und Wenna Zhuang prägten die Geschichte des -48-kg-Wettbewerbs in Ulaanbaatar, wo ein chaotischer Judo-Tag mit einem kontrollierten Finale endete. Kogas Kontrolle unter Druck machte den Unterschied, während mehrere gesetzte Athletinnen und frühe Favoritinnen vor den Kämpfen um die Medaillen ausschieden.
Shirine Boukli aus Frankreich reiste mit echtem Rückenwind in die Mongolei. Die Welt- und Olympiamedaillengewinnerin hatte in dieser Saison bereits den Paris Grand Slam und die Europameisterschaften gewonnen, und als topgesetzte Athletin gehörte sie zu den wichtigsten Namen des Feldes.
Doch schon in ihrem Auftaktkampf lief es nicht rund. Gegen Galiya Tynbayeva aus Kasachstan brauchte Boukli ein langes Golden Score, bevor ihr schließlich ein knapper Yuko gelang. Das reichte zum Weiterkommen, deutete aber nicht darauf hin, dass sie wirklich in den Wettkampf gefunden hatte.
Im nächsten Kampf wartete mit Lois Petit aus Belgien eine zweimalige Junioren-WM-Medaillengewinnerin, die auf Grand-Slam-Niveau noch vergleichsweise neu ist. Boukli konnte das Tempo erneut nicht auf ihr gewohntes Niveau anheben, und ein zweites Golden Score in Folge wurde zum Wendepunkt ihres Turniers. Petit gelang ein großer Sieg und sie warf einen der größten Namen dieser Gewichtsklasse früh aus dem Wettbewerb.
Lois Petit sorgte für eine der größten Überraschungen des Tages.
Dieses Ergebnis öffnete den Weg in diesem Draw, doch Petits Lauf ging nicht bis ganz zum Ende. Wenna Zhuang aus China, eine weitere Athletin, die die Erwartungen übertraf, hatte diesen Bereich bereits durcheinandergebracht, als sie Sabina Giliazova stoppte. Im Halbfinale dominierte Zhuang gegen Petit und sicherte sich mit Ippon den Einzug ins Finale.
Die andere Seite des Draws war für die Favoritinnen nicht freundlicher. Anudari Jamsran aus der Mongolei und Laura Martinez Abelenda aus Spanien schieden beide vor dem Finale aus, sodass Koga sich durchsetzen konnte. Die japanische Judoka kam mit starken jüngsten Ergebnissen nach Ulaanbaatar, darunter ein Titel beim Tokyo Grand Slam Ende 2025 und eine Bronzemedaille aus Paris zu Beginn dieser Saison.
Im Kampf um Gold machte Koga keine Zeit verloren. Gegen Zhuang ging sie schon in den ersten Sekunden mit einem frühen Yuko in Führung und blieb danach Herrin des Kampfes. Weniger als eine Minute vor Schluss baute sie ihren Vorsprung aus und brachte den Kampf mit beeindruckender Ruhe zum Titelgewinn nach Hause.
Nach dem Finale sagte Koga, das Turnier sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Weltmeisterschaften und Teil des weiteren olympischen Qualifikationswegs. Sie erklärte, dass sie Zhuangs Stärke erwartet habe, bei ihren Griffen diszipliniert geblieben sei und mit dem Ziel gekämpft habe, das bestmögliche Ergebnis zu holen.
Europa hatte am Ende der Gewichtsklasse dennoch starke Momente. Die Türkei brachte mit Sila Ersin und Tugce Beder beide Athletinnen in einen Bronzekampf, was für sich genommen schon eine seltene und bemerkenswerte Leistung war. Ihr Duell war eng und taktisch, und Beder setzte sich schließlich im Golden Score über Strafen durch und holte damit die erste Medaille für die Türkei in der neuen olympischen Qualifikationsperiode.
Im zweiten Bronzekampf kam es zu einem weiteren europäischen Duell, als Martinez Abelenda auf Petit traf. Dieses Ende kam deutlich schneller. Martinez Abelenda timte nach starker Vorbereitung einen rechtshändigen Seoi-otoshi perfekt und erzielte Ippon, womit sie sich ihren Platz auf dem Podium sicherte.
Laura Martinez Abelenda beendete den Tag mit einem präzisen Seoi-otoshi zu Bronze.
An der Spitze stand Kogas Gold, doch Europa verließ den -48-kg-Wettbewerb trotzdem mit wichtigen Ergebnissen, Überraschungssiegen und zwei Podestplätzen.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: IJF / International Judo Federation