Van Barnevelds Weg: Vom gemobbten Jungen zum belgischen Judo-Helden

Kernmoment

Harry Van Barneveld wurde in Amsterdam geboren, verbrachte aber den Großteil seiner Kindheit in Belgien und zog mit sieben Jahren nach Sint-Martens-Latem. Dort war er als niederländischer Junge im Ort oft Ziel von Hänseleien; Armut und immer abgetragene Kleidungsstücke machten ihn angreifbar.

Mit 13 betrat er ein Dojo - nicht aus reiner Leidenschaft, sondern getrieben von dem Wunsch, sich gegen die Peiniger zu wehren. Diese ursprüngliche Motivation verwandelte sich in eiserne Entschlossenheit: Heute, mit 59, steht Van Barneveld als Olympiabronzemedaillengewinner von Atlanta 1996, zweifacher Weltmedaillengewinner, Europameister und 18-facher belgischer Meister da.

Für ihn hat ein Turnier besondere Bedeutung: der Kano Cup 1992. Als erster Nicht-Japaner, der dort eine Medaille gewann, setzte er ein Zeichen für europäische Schwergewichte in einer Zeit, in der japanische Dominanz fast selbstverständlich war. Der Titel in Oostende 1997 als Europameister rundet das Bild ab.

Das Verhältnis zu Coach Jean-Marie Dedecker war kompliziert und das Training hart, doch die Stunden auf der Matte formten ihn. Nach dem Karriereende fand er Erfüllung im Polizeidienst, zuerst in der Polizeizone Brussels Ixelles, heute in Oostende. Aus dem gemobbten Jungen wurde ein Vorbild für das belgische und europäische Judo.

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