Tbilisi bebt: Georgien glänzt – und Europas Elite setzt Ausrufezeichen

Tbilisi hat eine ganze Woche lang gezeigt, warum Georgien als echtes Judo-Herzland gilt. Die Europameisterschaften wurden zu einem Festival aus Technik, Nervenstärke und lauten Emotionen – getragen von einem Publikum, das jede Aktion verstand und jede Entscheidung mitging. Am Ende stand ein Traumresultat für das Gastgeberland: viermal Gold und zweimal Silber, Platz eins im Medaillenspiegel.

Schon die ersten Tage brachten Tempo und Überraschungen. Frankreich setzte früh Akzente, und in den leichteren Klassen wie -48 kg und -52 kg mischten sich Favoritinnen und Außenseiterinnen bis in die entscheidenden Runden. Genau diese Mischung aus Erwartbarem und Unerwartetem hielt das Turnier ständig unter Spannung.

Für die georgischen Fans wurden besonders die Momente am zweiten Tag unvergesslich. Lasha Shavdatuashvili holte in einem kräftezehrenden Wettkampf Gold und bewies, dass Erfahrung unter Druck noch immer ein Trumpf sein kann. Eteri Liparteliani riss die Halle mit einem Sieg in letzter Sekunde mit – ein Ende, wie es nur der Judo-Sport schreiben kann.

Die Stimmung in der Arena machte aus jedem Finale ein Ereignis.

Auf der Schlussgeraden setzte Georgien den nächsten Höhepunkt: Guram Tushishvili sicherte sich den Schwergewichtstitel und ließ die Halle beben. Luka Maisuradze steuerte ebenfalls Gold bei, und mehrere georgische Finalteilnahmen sorgten dafür, dass die Energie bis zum letzten Block nicht abfiel.

Auch abseits der Gastgeber dominierte Europa mit starken Geschichten. Italiens Alice Bellandi vollendete das seltene Trio aus Olympia-, Welt- und Europatitel. Ungarns Szofi Özbas bestätigte ihre Klasse, ebenso wie Timur Arbuzov. Und die Niederlande feierten mit Joanne van Lieshout Gold – passend, denn 2027 geht es in Apeldoorn weiter, wo die nächste EM ausgetragen wird.

Nach Tbilisi richtet sich der Blick schon auf Apeldoorn 2027.

Dazu drängte eine neue Generation nach vorn: Melkia Auchecorne und April Lynn Fohouo zeigten mit dynamischen Auftritten, wie tief Europas Judo inzwischen besetzt ist. Jede Ippon-Sekunde und jede taktische Phase bekam in Tbilisi den passenden Widerhall – und genau das machte diese EM so besonders.

Quelle: JudoInside

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