Tiflis als Bühne: Georgiens Heimstärke und Europas neue Podiums-Gesichter
Teilen
Bei den Europameisterschaften in Tbilisi haben die Klassen U70kg, U81kg und U90kg das Gesamtbild spürbar geprägt. Es ging nicht nur um einzelne Finalkämpfe, sondern um das Gefühl, dass sich die Medaillentabelle genau hier entscheidet. Zwischen Routine und frischen Überraschungen zeigte sich, wie breit Europas Judo inzwischen aufgestellt ist.
Gastgeber Georgien steht nach diesen Gewichtsklassen vorne – mit drei Gold- und zwei Silbermedaillen. Ein zentraler Baustein war Luka Maisuradze, der in U90kg Gold holte und dabei vor allem über Erfahrung und taktische Kontrolle kam. Sein Erfolg unterstrich einmal mehr, warum Georgien gerade im Mittelgewicht so gefürchtet ist.
Georgien lieferte in den Schlüsselklassen genau dann, wenn der Druck am höchsten war.
Frankreich folgt auf Rang zwei und wirkt dabei wie ein Team, das aus vielen Richtungen punkten kann. In U70kg kämpfte sich die erst 21-jährige Melkia Auchecorne bis ins Finale und bestätigte damit ihre schnelle Entwicklung. In U90kg ergänzte Maxime-Gaël Ngayap Hambou die Bilanz mit Bronze – ein Statement, das sein Potenzial auf großer Bühne unterstreicht.
Ungarn setzte in U70kg ein Ausrufezeichen: Szofi Özbas verteidigte ihren Europameistertitel. Ihre Konstanz bei großen Events, inklusive mehrfacher Grand-Slam-Siege, macht sie weiterhin zu einer der verlässlichsten Athletinnen der Gewichtsklasse.
Auch die Bronzeplätze erzählen von Tiefe und Bewegung. Die Schweizerin April Lynn Fohouo gehörte zu den Entdeckungen: Bronze in U70kg, gekrönt von einem starken Sieg gegen die Weltranglistenerste Lara Cvjetko. In U81kg standen mit Zelim Tckaev und Serbiens Mihajlo Simin zwei weitere Namen auf dem Podium, die den nächsten Schritt gehen.
In U90kg blieb Rumänien konstant: Alex Creț holte zum zweiten Mal in Folge Bronze. Insgesamt zeigt sich das Muster dieser Titelkämpfe klar: Die Favoriten liefern weiter Gold, aber das Podium wird spürbar breiter – und damit unberechenbarer.
Quelle: JudoInside