Tbilisi startet mit Druck und Chancen: Europas Topnamen wollen den ersten Tag prägen
Teilen
Beim Grand Slam in Tbilisi fehlt diesmal eine Figur, die im Vorjahr sofort für Gold sorgte: Eteri Liparteliani tritt nicht an. Genau deshalb richtet sich der Blick der georgischen Fans besonders auf Temur Nozadze (U66kg), der in Tbilisi schon zweimal gewinnen konnte und zuletzt erneut im Finale stand. Schon der Auftakt verspricht die typische Mischung aus Tempo, Nervosität und Heimdruck.
Am Freitag, 20. März, werden die ersten Medaillen in den Frauenklassen U48kg, U52kg und U57kg sowie bei den Männern in U60kg und U66kg vergeben. In mehreren Kategorien stehen europäische Athletinnen und Athleten im Rampenlicht – nicht nur als Außenseiter, sondern als gesetzte Favoriten.
In der Männerklasse U60kg kommt Michel Augusto als Weltranglistenerster nach Georgia, doch nach Ergebnissen ohne Podium in Paris und Platz sieben in Taschkent steht er unter Zugzwang. Aus europäischer Sicht ist Belgier Jorre Verstraeten ein Name, den niemand ignorieren kann: Als ehemaliger Grand-Slam-Sieger bringt er genau die Abgeklärtheit mit, die in einem 32-Mann-Feld überleben lässt.
U66kg wirkt mit 37 Startern wie ein eigenes kleines Turnier. Finnlands Luukas Saha geht als Topgesetzter ins Rennen, gestützt von seiner WM-Bronzemedaille 2024 und einem klaren Aufwärtstrend. Spanien setzt auf David García Torne, während die georgische Halle vor allem darauf wartet, dass Nozadze wieder den Funken zündet.
Europas Herausforderer sind in mehreren Klassen mehr als nur Statisten.
Bei den Frauen U48kg könnte Schwedens Tara Babulfath erneut zeigen, warum ihr schneller Aufstieg so viel Aufmerksamkeit bekommt: Olympiabronze 2024 in Paris, WM-Bronze im selben Jahr und ein Grand-Slam-Sieg in Baku sprechen für sich. In U52kg bringt Ungarns Reka Pupp ihre enorme Erfahrung und mehrere Grand-Slam-Medaillen mit, während in U57kg gleich mehrere Europäerinnen Druck machen: Kroatiens Ana Viktorija Puljiz, Serbiens Marica Perišić und Frankreichs Martha Fawaz haben alle Gründe, an einen großen Tag zu glauben.
In Tbilisi kann schon der erste Kampf eine ganze Kategorie drehen.
Am Ende bleibt dennoch die zentrale Frage des Auftakts: Reicht Nozadzes Routine, um ohne Liparteliani die georgische Euphorie am Leben zu halten – oder übernimmt Europa früh die Bühne?
Quelle: JudoInside