Estland setzt mit erstem Kata-Wochenende ein Ausrufezeichen
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In Tallinn ist im Februar etwas Besonderes passiert: Zum ersten Mal hat der Estnische Judoverband ein offizielles Kata-Seminar organisiert und damit ein neues Kapitel für den Sport im Land eröffnet. An zwei intensiven Tagen drehte sich alles um die Grundlagen von Kata – sowohl für den Alltag im Verein als auch für den Wettkampf auf internationaler Bühne.
Tallinn wird zur neuen Kata-Adresse im Norden Europas.
Geleitet wurde das Seminar von den europäischen Kata-Experten Dr. Slaviša Bradić und Monica Piredda aus der European Judo Union. Im Mittelpunkt standen Nage-no-kata und Katame-no-kata, zwei zentrale Formen, die jeden Wurf und jede Kontrolle in seine Einzelteile zerlegen. Die Teilnehmenden arbeiteten sich tief in Technikdetails, pädagogische Ansätze und die neuesten Wertungs- und Kampfrichterkriterien ein.
Die Tatami füllten Trainerinnen und Trainer, Mitglieder von Dan-Prüfungskommissionen, Kata-Richter und viele junge Judoka, die teils ihre ersten Schritte im Kata-Bereich machten. Besonders auffällig: Der Präsident des Estnischen Judoverbandes, Ruslan Jakimov, stand selbst im Judogi auf der Matte und zeigte damit, welchen Stellenwert Kata für die Entwicklung von Judoka in Estland haben soll. Dieses Signal von ganz oben gab dem Wochenende einen zusätzlichen Schub.
Zum Abschluss folgte direkt das nächste Highlight: die ersten Estnischen Kata-Meisterschaften überhaupt. Elf Paare traten in Nage-no-kata gegeneinander an und zeigten ein technisches Niveau, das viel Hoffnung für die Zukunft macht. Viele der jungen Athletinnen und Athleten hatten erst am Vortag beim Seminar Kata ausprobiert und sich dann spontan für den Wettkampf gemeldet – ein klares Zeichen, wie stark die Begeisterung ist.
Ein weiteres spannendes Detail: Zahlreiche Judoka, die zum ersten Mal im Kata starteten, kämpften zusätzlich im ne-waza-Wettbewerb. Damit wurde deutlich, wie eng shiai und Kata zusammengehören und sich gegenseitig ergänzen. Für den europäischen Judo-Raum ist das estnische Projekt ein starkes Beispiel dafür, wie man eine neue Disziplin von der Basis an aufbaut.
Estlands junge Judoka greifen im europäischen Kata-Geschehen an.
Kata und shiai zeigen sich in Tallinn als zwei Seiten derselben Medaille.
Quelle: EJU_News