Naohisa Takato beendet seine goldene Ära im Leichtgewicht
Share
Mit 32 Jahren zieht sich Naohisa Takato aus dem Wettkampfjudo zurück und schließt damit ein außergewöhnliches Kapitel in der Klasse bis 60kg. Bei einer Pressekonferenz in Tokio machte der Publikumsliebling seinen Entschluss offiziell und verabschiedet sich als einer der prägendsten Leichtgewichte seiner Generation.
Seinen größten Moment erlebte der Japaner bei den Olympischen Spielen in Tokio 2020, als er vor heimischem Publikum Olympia-Gold holte. Zuvor hatte er bereits Bronze in Rio 2016 gewonnen und damit früh gezeigt, dass er in den wichtigsten Augenblicken liefern kann. Mit diesen beiden Medaillen trug er entscheidend dazu bei, das japanische Leichtgewicht international an der Spitze zu halten.
Vier WM-Titel, ein Olympiasieg – Takato setzte Maßstäbe im -60kg-Judo.
Auch bei Weltmeisterschaften dominierte Takato über Jahre hinweg. Schon 2013 holte er sich in Rio de Janeiro als 20-jähriger Student von der Tokai University seinen ersten WM-Titel. Weitere Goldmedaillen in Budapest 2017, Baku 2018 und Tashkent 2022 ließen ihn den japanischen Männerrekord von vier WM-Titeln einstellen.
Der Athlet aus der Präfektur Tochigi war zudem auf der IJF World Tour fast überall ein Medaillengarantie. Besonders die europäischen Turniere wurden zu seinem Revier: Viermal gewann er das Grand Slam in Paris und siegte auch beim Grand Slam in Düsseldorf. Dazu kamen mehrere Erfolge beim IJF Masters und weitere Titel, unter anderem in Moskau und beim Grand Slam in Tokio.
Seine Klasse deutete sich schon früh an. 2009 wurde er der erste männliche Judoka, der die World Cadet Championships gewann, 2011 folgte der Junioren-Weltmeistertitel in Kapstadt. Legendär sind auch seine Duelle mit Kim Won Jin aus Südkorea und Yeldos Smetov aus Kasachstan, gegen die er eine starke Bilanz vorweisen konnte.
Seinen letzten Wettkampf bestritt Takato beim Kodokan Cup im November, nachdem er die Qualifikation für Paris 2024 verpasst hatte. Künftig wird er dem Sport als Trainer beim langjährigen Klub Park24 treu bleiben und dort die Männermannschaft betreuen. Damit bleibt sein Know-how auf der Tatami – nur diesmal an der Seite und nicht mehr mitten im Kampfgeschehen.
Quelle: JudoInside