Szofi Özbas setzt vor Tbilisi auf Ruhe statt Druck
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Szofi Özbas geht mit einer starken Mischung aus Erfahrung und Selbstvertrauen in die Europameisterschaften in Tbilisi. Die Ungarin hat seit dem Wechsel von -63 kg in die -70-kg-Klasse vier Grand-Slam-Titel geholt und sich 2025 erstmals die kontinentale Krone bei den Senioren gesichert. Damit reist sie nun als Titelverteidigerin an – eine Rolle, die ihr nach eigener Einschätzung Kraft geben kann, solange sie nicht zur Last wird.
Im letzten Abschnitt der Vorbereitung arbeitete Özbas im Trainingslager in Tata, also in vertrauter Umgebung in Ungarn. Gerade dieser ruhige Rahmen scheint für sie ein echter Schlüssel zu sein. Während sich am physischen Ansatz wenig ändere, betont sie vor allem den mentalen Wert des Camps und den Fokus auf Qualität statt bloßer Menge im Training.
Für Özbas beginnt Stärke offenbar nicht im Lärm, sondern in der Ruhe.
Auch ihr jüngster Erfolg beim Paris Grand Slam im Februar ist Teil dieser Geschichte. Dort gewann sie Gold, sprach aber zugleich davon, dass sie solche Erlebnisse vor einem großen Turnier auch wieder loslassen müsse. Nicht nur Enttäuschungen, auch gute Erinnerungen könnten auf der Matte im falschen Moment ablenken. Ihr Ziel ist deshalb ein freies, leichtes Judo, getragen von der aktuellen Form und nicht von dem, was vorher war.
Diese Haltung wirkt umso interessanter, wenn man auf ihre olympische Erfahrung blickt. Bei den Spielen von Paris 2024 schied die zweimalige Olympiateilnehmerin in der zweiten Runde aus. Gerade deshalb klingt ihre Herangehensweise vor Tbilisi sehr klar: nicht an Vergangenem hängen, sondern ganz im Moment bleiben.
Özbas beschreibt sich selbst nicht als Athletin, die jede Feinheit analytisch zerlegt. Stattdessen vertraut sie darauf, dass harte Einheiten, unbequeme Trainingsphasen, Erholung und sogar kleine Routinen wie Nachmittagsschlaf am Ende zu einer kompletten Leistung zusammenfinden. Für die Europameisterschaften bedeutet Erfolg für sie deshalb nicht nur eine Medaille, sondern einen Auftritt ohne Selbstzweifel.
Respekt und Ehrlichkeit spielen dabei ebenfalls eine große Rolle. Özbas macht deutlich, dass für sie der Umgang miteinander und die Unterstützung im Team nicht von Ergebnissen abhängen. Genau diese Haltung macht ihre Mission in Tbilisi so spannend: Europas Titelträgerin will nicht nur verteidigen, sondern dabei ganz sie selbst bleiben.
Quelle: EJU_News