Vom Zweifel zur Weltspitze: April Fohouo schreibt Schweizer Judo-Geschichte
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Lausanne gilt als „Olympische Hauptstadt“ – für April Fohouo war das lange nur ein Schul-Ausflugsthema. Erst als sie selbst mit Judo begann, bekam das Umfeld plötzlich Bedeutung. In der Schule standen Judo, Tennis und Reiten zur Auswahl, und ausgerechnet sie blieb als Einzige aus ihrer Gruppe dabei. Was sie festhielt, war weniger der Glanz grosser Namen als dieses Clubgefühl, das sie als echte „Familie“ beschreibt.
Doch der Weg war nicht geradlinig. Als sie andere bei Wettkämpfen sah, wurde sie unsicher und legte mit etwa 12 oder 13 Jahren eine Pause ein. Ein Jahr später merkte sie, dass ihr etwas fehlte, kehrte zurück und fand die Freude am Kämpfen wieder. Ab 2018 ging sie wieder auf kleinere Turniere, bevor die Pandemie ihre Entwicklung erneut bremste.
Ab 2022 ging es dann schnell. Fohouo sammelte Medaillen auf der Cadet European Cup-Serie und baute ihre Laufbahn im -70-kg-Limit auf, obwohl sie anfangs eher leicht für die Kategorie war. 2023 folgten Podestplätze auf European Cups und ein starker fünfter Rang bei den Junioren-Weltmeisterschaften. In dieser Phase wurde aus „mal schauen“ ein echtes Ziel – Schritt für Schritt, Ergebnis für Ergebnis.
In nur drei Jahren vom Comeback zur Junioren-Weltmeisterin – das ist eine Ansage.
2024 setzte sie das Ausrufezeichen: Junioren-Europameisterin in der Klasse -70 kg, danach Silber bei den Junioren-Weltmeisterschaften. 2025 kam bei den Junioren-Europameisterschaften als Titelverteidigerin „nur“ Silber – ein Moment, der sie sichtbar traf, aber auch antrieb. Wenige Wochen später holte sie bei den Junioren-Weltmeisterschaften den Titel und wurde zur ersten Schweizer Junioren-Weltmeisterin.
Im Übergang zu den Seniorinnen beschreibt sie den Sport taktischer und strenger: mehr Strategie, mehr Details – und mehr Shido-Gefahr. Trotzdem machte sie sofort Eindruck: Silber beim Grand Slam Paris 2026 und einen Monat später Silber beim Upper Austria Grand Prix. Als nächstes wartet die Europameisterschaft in Tbilisi (16.–19. April), und Fohouo bleibt dabei bewusst geerdet: lernen, ihr Judo zeigen, weiter wachsen.
Quelle: EJU_News