Warschau-Glanz am Sonntag: Szulik, Raicevic und Vellozzi setzen Ausrufezeichen

Beim Warsaw European Open 2026 ging es am Sonntag noch einmal richtig zur Sache – und drei Europäer:innen standen am Ende ganz oben: Szymon Szulik aus Polen (-81 kg), Novo Raicevic aus Montenegro (-90 kg) und Ophélie Vellozzi aus Frankreich (-57 kg). Ein Wochenende voller enger Kämpfe, klarer Pläne und starker Nervenarbeit auf der Matte.

Drei Goldmedaillen, drei sehr unterschiedliche Wege – und doch derselbe Hunger nach Kontrolle.

Für Szulik war der schwierigste Teil nicht das Finale, sondern der Start in den Tag. Er beschrieb vor allem die ersten drei Runden als mental und körperlich hart, weil man früh ohne „zweite Chance“ rausfliegen kann. Dazu kamen zwei lange Kämpfe gegen linkshändige Gegner, die ihn spürbar forderten.

Im Finale wirkte der Pole dann auffällig ruhig und strukturiert. Entscheidend war für ihn der Griffkampf: Kontrolle über die Griffe, Kontrolle über den Kampf. Weil er häufig gegen Linksauslage trainiert – sein Bruder kämpft ebenfalls linkshändig – fühlte er sich in dieser Konstellation besonders sicher und setzte den Plan um, den er mit seinem Coach vorbereitet hatte.

Auch Raicevic kam mit Rückenwind nach Warschau: Direkt nach Gold beim European Cup in Podgorica ging es für ihn ins Olympic Training Camp nach Nymburk. Sein Ziel in Polen war klar: noch einmal Gold, als Teil der Vorbereitung auf die Europameisterschaften in Georgia. Er betonte, wie hoch das Niveau in seiner Kategorie ist – und dass neben Physis vor allem mentale Stärke den Unterschied macht.

Vellozzi nahm aus Warschau nicht nur den Titel mit, sondern auch ein deutliches Signal an sich selbst. Besonders wichtig war für sie der Halbfinaleindruck: Dort fiel die Entscheidung erst im letzten Moment durch Ippon. Für die Französin ist das Resultat ein Schritt Richtung „größere Liga“ – sie sieht sich damit bestätigt, auch bei Grand Slams und Grand Prix um Medaillen kämpfen zu können.

Warschau zeigte: Europäisches Judo hat Tiefe – und echte Ambitionen.

Quelle: EJU_News

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