Schinwalds Durchbruch beflügelt Österreich, während Frankreichs junge Talente in Graz glänzen
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Marlene Schinwald bescherte dem Heimpublikum beim European Junior Cup in Graz einen unvergesslichen Abschluss. Die österreichische Judoka holte am letzten Wettkampftag den Titel in der Klasse bis 52 kg und zeigte vom ersten bis zum letzten Kampf eine herausragende Leistung.
Für Österreich war es ein besonderer Moment. Schinwald kämpfte sich mit einer sauberen, kontrollierten Serie zu Gold und sicherte dem Gastgeberland den zweiten Titel der Veranstaltung. Laut Judo-Austria-Trainer Michael Winkler gewann sie alle fünf Kämpfe ohne Golden Score und erzielte im Tagesverlauf 13 Wertungen.
Dadurch wirkte dieser Sieg noch bedeutender. Schinwald sagte, dass sie sich vom Morgen an gut gefühlt habe, und dieses Selbstvertrauen sei mit jeder Runde gewachsen. Gelöst, aber ihrer Sache sicher, verwandelte sie dieses Gefühl nach zuvor zwei Finalteilnahmen in die erste Goldmedaille ihrer Karriere.
Auch persönlich war der Jubel besonders. Mit ihrer Mutter Eva und ihrem Freund Jakob vor Ort bezeichnete die Salzburgerin dies als die bestmögliche Art, ihren ersten Sieg auf diesem Niveau zu feiern.
Graz endete mit einem Heimsieg, den Österreich so schnell nicht vergessen wird.
Auch Frankreich verließ Graz mit viel Schwung, dank zweier 18-Jähriger, die am zweiten Tag Gold holten. In der Kategorie über 100 kg besiegte Kevin Nzuzi Diasivi im Finale Steyn Oldenhof aus den Niederlanden. Mit diesem Ergebnis sicherte sich der französische Judoka seinen dritten Titel bei einem Junioren-Europacup, ein Zeichen für Konstanz und wachsende Autorität.
Die größere Überraschung kam in der Klasse bis 81 kg, in der Noah Boue Kossa eines der auffälligsten Ergebnisse des Turniers lieferte. Vor Graz hatte er nur auf Kadettenebene Erfolge gefeiert und war als Nummer 239 der IJF-Juniorenrangliste angereist. Sobald die Kämpfe begonnen hatten, spielte das keine Rolle mehr.
Im Finale besiegte Boue Kossa den an Nummer zwei gesetzten Brasilianer Silas Costa in weniger als einer Minute und gewann Gold. Sein Weg durch die Kategorie war insgesamt ebenso bemerkenswert: sieben Siege bei einer addierten Kampfzeit von nur 16 Minuten und 20 Sekunden. Es war eine Durchbruchsleistung, die seiner Junioren-Saison sofort eine neue Richtung gab.
Noah Boue Kossa machte aus einem Außenseiterlauf eine der größten Überraschungen von Graz.
Trotz dieser französischen Höhepunkte beendete Brasilien den Wettkampf an der Spitze der Teamwertung. Das brasilianische Team sammelte vier Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen, während Frankreich insgesamt neun Medaillen gewann: drei Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen.
Das Event ist zwar vorbei, doch die Tatami in Graz bleiben weiter stark genutzt. Am 1. und 2. Juni werden zum begleitenden Trainingslager rund 350 Judoka aus 15 Ländern erwartet. Österreichs Nationalkader, darunter auch die neue Titelträgerin Schinwald, half sogar beim Aufbau der Wettkampffläche und verlegte 870 Quadratmeter Tatami in weniger als zwei Stunden.
Dieses Schlussbild sagt viel über die Atmosphäre in Graz aus. Medaillen wurden gewonnen, Überraschungen sorgten für Aufsehen, und das Gastgeberland hatte noch einen weiteren Grund zum Feiern, bevor die nächste Phase beginnt.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union