Sarajevo Reunion Brings Bosna’s Champion Generation Back to the Tatami - Image: EJU / European Judo Union

Wiedersehen in Sarajevo bringt Bosnas Meistergeneration zurück auf die Tatami

Die ehemaligen Mannschaftsmeister des Judo Club Bosna kamen während der Sarajevo European Open 2026 wieder in Sarajevo zusammen und machten die Veranstaltung zu etwas, das über den reinen Wettkampf hinausging. Ihr jährliches Juli-Treffen würdigte erneut jene Gruppe, die 1985 die jugoslawische Mannschaftsmeisterschaft gewann, eines der prägendsten Resultate in der Vereinsgeschichte.

Dieselbe Generation holte mit einer leicht veränderten Besetzung 1990 noch einmal die jugoslawische Mannschaftsmeisterschaft. Es war die letzte Mannschaftsmeisterschaft des früheren geeinten Jugoslawiens, was diesem Erfolg zusätzlich historisches Gewicht verleiht.

Besonders herausragend ist nicht nur, was sie gewonnen haben, sondern auch, wie eng sie miteinander verbunden geblieben sind. Mehr als vier Jahrzehnte später sind die ehemaligen Athleten noch immer durch Freundschaften verbunden, die im Training, im Wettkampf und in gemeinsamen Judo-Jahren gewachsen sind.

Ihr Wiedersehen folgt einem vertrauten Rhythmus. Der Tag beginnt mit einem Kaffee an einem lokalen Treffpunkt, dann geht es weiter ins Dojo, wo sie ihre Judogi anziehen und gemeinsam an einer symbolischen Trainingseinheit teilnehmen. Später setzen sie sich zum Abendessen zusammen und lassen Geschichten und Erinnerungen an jene Zeit aufleben, in der Judo im Mittelpunkt ihres Alltags stand.

In diesem Jahr hatte das Treffen einen besonderen Rahmen. Die Gruppe kam im Hotel Hills in Sarajevo zusammen und erhielt die Möglichkeit, auf der für die Sarajevo European Open 2026 vorbereiteten Tatami zu trainieren. Nach der Nachmittagseinheit wurde das Wiedersehen im Restaurant des Hotels im 11. Stock fortgesetzt, mit Blick über die bosnische Hauptstadt.

Mehr als 40 Jahre später lebt die Verbundenheit noch immer auf der Tatami.

Die Tradition reicht zudem über einen einzelnen Verein hinaus. Wie schon in den Vorjahren nahmen Gäste aus früheren Rivalenteams an dem Treffen teil, darunter Igor Antić, ein ehemaliges Mitglied des Judo Club Slavija aus Novi Sad. Heute lebt und arbeitet Antić als Bildhauer in Paris.

Die Teilnehmerliste zeigte, wie weit das Leben diese Generation in Europa verteilt hat. Unter den Anwesenden waren Senad Vranac, Jasmin Vranac und Srećko Ćulo aus den Niederlanden, Bruno Ditrih und Ljubo Livaja aus Deutschland, Mladen Šošić aus der Schweiz und Neno Mirković aus Österreich. Ihre Rückkehr nach Sarajevo verlieh dem Treffen eine deutlich europäische Dimension, verwurzelt in einer gemeinsamen Judo-Vergangenheit.

Auch Cheftrainer Branislav Crnogorac war Teil des Wiedersehens, ebenso wie Nermin Ribica, Boro Petrović, Ibrahim Veljović, Suad Ćatić und Labud Vijišić. Mirković, der ebenfalls anwesend war, hatte in jener Zeit als Jugendtrainer des Judo Club Bosna gearbeitet.

Bei diesem Treffen standen keine Medaillen auf dem Spiel, doch seine Bedeutung war klar. Das Wiedersehen erinnerte erneut daran, dass Judo mehr hinterlässt als Resultate. Für diese Bosna-Generation schuf der Sport dauerhafte Verbindungen, die Zeit, Distanz und völlig unterschiedliche Leben nach der Wettkampfkarriere überdauert haben.

Crnogoracs bekannte Beschreibung seiner ehemaligen Athleten brachte dieses Gefühl schlicht auf den Punkt: Sie seien Perlen, die über die ganze Welt verstreut sind.

Sarajevo wurde zu einem Treffpunkt für Erinnerung, Freundschaft und Judo-Geschichte.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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