Russlands Judo unter Druck: Dopingfall Kanikovskiy und offene Fragen bei Lavrentyev
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Der bestätigte Anti-Doping-Verstoß von Matvey Kanikovskiy rückt Russlands Judo erneut in ein grelles Licht. Der Weltmeister wurde nach einer Verletzung der Artikel 2.1 und 2.2 aus der Weltrangliste entfernt, nachdem ein Test positiv auf Ligandrol ausgefallen war. Das Mittel wird mit einem Zuwachs an Muskelmasse und Kraft in Verbindung gebracht, und genau deshalb sorgt der Fall in der Szene für spürbare Unruhe.
Ein bestätigter Befund ist klar – doch der Umgang damit prägt das Vertrauen.
Parallel dazu flammt die Diskussion um Danil Lavrentyev wieder auf, dessen Fall bis in den Januar zurückreicht. Damals kursierten beim African Open in Casablanca unbestätigte Hinweise, es könnten Spuren von Meldonium gefunden worden sein. Eine offizielle Entscheidung wurde dazu jedoch nicht öffentlich kommuniziert, was den Raum für Spekulationen geöffnet hat.
Im März schien Lavrentyev in der IJF-Weltrangliste vorläufig gestrichen zu sein – ein Schritt, der häufig mit laufenden Anti-Doping-Verfahren zusammenhängt. Darüber berichtete Sport25, allerdings ohne eine formale Erklärung durch die IJF oder zuständige Anti-Doping-Stellen. Und dann wurde es erst recht kompliziert: Im April war die Markierung in der Rangliste offenbar nicht mehr in gleicher Weise sichtbar, kurz darauf startete Lavrentyev beim Grand Slam in Tashkent.
Normalerweise gehen laufende Verfahren mit einer provisorischen Sperre einher. Dass der zeitliche Ablauf hier so schwer einzuordnen ist, hat in der Judo-Community Fragen nach Konsistenz und Transparenz ausgelöst – auch wenn es theoretisch prozedurale Erklärungen geben kann.
Im Hintergrund läuft der Sport bereits auf den Qualifikationszyklus Richtung Los Angeles 2028 zu. Gerade deshalb wird genau hingeschaut, was offiziell bestätigt ist und was nicht. Während Kanikovskiys Verstoß feststeht, bleibt Lavrentyevs Situation ungeklärt. Zusätzlich wurde im Umfeld auch die Sperre von Magerram Imamverdiyev (AZE) erwähnt, ohne dass damit automatisch weitere Fälle belegt wären.
Entscheidend ist jetzt klare Kommunikation, damit Gerüchte nicht die Fakten ersetzen.
Quelle: JudoInside