Özbas hält dem Druck stand und verteidigt EM-Gold in Tiflis
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Szofi Özbas hat bei den Judo-Europameisterschaften der Senioren in Tiflis ein starkes Zeichen gesetzt. Die Ungarin verteidigte am Samstag ihren Titel und setzte sich im Finale gegen die aufstrebende Französin Melkia Auchecorne durch. Für eine europäische Topathletin war es ein Auftritt, der Ruhe, Reife und echtes Selbstvertrauen ausstrahlte.
Direkt nach dem Wettkampf wirkte Özbas selbst noch überrascht von dem, was passiert war. Sie beschrieb, wie schnell sich alles entwickelt habe und dass sie Zeit brauche, um diesen Moment wirklich zu begreifen. Gerade das machte ihren Erfolg noch greifbarer: Auf der Matte war sie fokussiert, danach kam erst langsam die Emotion.
In Tiflis passte bei Özbas fast alles zusammen.
Über den ganzen Tag hinweg blieb die Ungarin bei ihrem Plan. Sie sprach von einem positiven Ablauf vom ersten Kampf an und davon, dass sie bewusst Schritt für Schritt dachte. Kein Blick zu weit nach vorn, kein unnötiges Tempo, sondern volle Konzentration auf jede einzelne Situation.
Ein wichtiger Punkt war für sie der Umgang mit Erwartungsdruck. Als Titelverteidigerin hätte sie sich leicht von Erinnerungen an das Vorjahr leiten lassen können, doch genau das wollte sie vermeiden. Weder die guten noch die schwierigen Erfahrungen sollten ihre Entscheidungen auf der Matte bestimmen.
Besonders interessant war das vor dem Finale gegen Auchecorne. Das einzige frühere Duell hatte Özbas im vergangenen September beim Grand Prix in Qingdao verloren. In Tiflis spielte das aber keine entscheidende Rolle mehr. Für sie begann dieser Kampf bei null, und genau diese Haltung gab ihr die Freiheit, im richtigen Moment ihre Leistung abzurufen.
Auch mit Blick auf die nächsten Monate bleibt Özbas bemerkenswert ruhig. Statt große Ziele laut auszusprechen, sucht sie nach dem Gefühl, das ihr auf der Matte hilft. In Tiflis hat sie genau dieses Gefühl gefunden — und damit ihren Platz an Europas Spitze erneut bestätigt.
Quelle: EJU_News