Kortrijk: Als Zugehörigkeit wichtiger wird als ein Kampf
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Bei jedem Adapted-Judo-Event entstehen Geschichten, die selten groß erzählt werden, aber lange hängen bleiben. Beim Triglav Insurance Get Together Tournament Kortrijk 2026 war es kein spektakulärer Wurf, der die Halle prägte, sondern ein leiser Moment der Unterstützung. Der junge belgische Judoka Steff war noch nicht bereit für einen „echten“ Wettkampf.
Statt ihn zu drängen, gab es einen spielerischen Austausch auf der Tatami mit Peter Vermeir, dem Präsidenten des Belgischen Judo-Verbandes. Der Druck fiel ab, das Lächeln kam zurück – und plötzlich ging es nicht mehr um Ergebnislisten, sondern darum, dass Steff Judo in einem sicheren Rahmen erleben konnte.
Steff ist heute 23 und sein Weg in den Sport begann nicht geradlinig. Sein Vater Wym erzählt, dass schon früh klar war, dass „etwas nicht stimmt“ und erst nach 18 Monaten die Diagnose kam: Fragiles-X-Syndrom. Eine genetische Erkrankung, die nicht immer sofort sichtbar ist, aber den Alltag stark beeinflussen kann.
Manchmal ist der größte Schritt einfach, auf die Tatami zu gehen.
Die Familie musste lernen, sich anzupassen, und über Gespräche mit anderen Eltern kam der Impuls: Sport versuchen, Judo versuchen. Anfangs vorsichtig, ohne Erwartungen, mit Coaches, die verstanden, dass gerade Körperkontakt ein großes Thema sein kann. Mit der Zeit wurde Judo zu Struktur und Verbindung – jeden Samstag, verlässlich.
Fortschritt wurde nicht in Medaillen gemessen. Gute Wochen und schwierige Wochen gehörten dazu, ohne dass jemand daraus ein Drama machte. In Kortrijk zeigte sich, warum solche Initiativen zählen: Sichtbarkeit und Unterstützung auf hohem Niveau schaffen Räume, in denen Teilhabe möglich ist. Für die Ryckebusch-Familie war klar: Auch ohne Gegner kann sich ein Kampf wie ein Sieg anfühlen.
Quelle: EJU_News