Kasachstan bringt Judo mit neuem Projekt an Militärschulen über die Tatami hinaus
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Während der Qazaqstan Barysy Grand Slam in Astana die Aufmerksamkeit auf sich zog, spielte sich abseits der Wettkämpfe eine weitere wichtige Judo-Geschichte ab. Kasachstan nutzte das Veranstaltungswochenende, um einen umfassenderen nationalen Plan für den Sport zu unterstreichen und zu zeigen, dass seine Investitionen in Judo nicht nur dem Wettkampf gelten, sondern auch der Bildung und der langfristigen Entwicklung.
Ein Schlüsselmoment war ein hochrangiges Treffen zwischen dem Präsidenten der International Judo Federation, Marius Vizer, und Kassym-Jomart Tokayev, Präsident der Republik Kasachstan, der am Eröffnungstag der Wettkämpfe anwesend war. Der Besuch machte die politische Unterstützung deutlich, die hinter dem Wachstum des Judo im Land steht.
Diese Unterstützung hat nun eine konkrete neue Form. Die International Judo Federation, das Verteidigungsministerium der Republik Kasachstan und Kasachstans Judo Sports Club Jenys unterzeichneten eine Absichtserklärung, die auf den Ausbau von Judo innerhalb der militärischen Ausbildung ausgerichtet ist.
Im Mittelpunkt der Vereinbarung steht das IJF-Programm Judo in Militärschulen und Akademien. Ziel ist es, Militärschülern durch Judo sowohl körperliche als auch pädagogische Werkzeuge zu vermitteln, mit klarem Schwerpunkt auf Disziplin, Respekt, Selbstbeherrschung und Widerstandsfähigkeit.
Dabei handelte es sich nicht nur um eine zeremonielle Unterzeichnung; vielmehr wurde ein praktischer, langfristiger Plan festgelegt.
Im Rahmen der Vereinbarung wird die IJF die Entwicklung des Projekts in enger Zusammenarbeit mit Jenys beaufsichtigen und unterstützen. Das Verteidigungsministerium wird dafür verantwortlich sein, das Programm an Militärschulen und Akademien in ganz Kasachstan umzusetzen.
Die weiter gefasste Vision ist ehrgeizig, aber klar strukturiert. Die Partner wollen während der Ausbildung und darüber hinaus ein nachhaltiges Judo-Angebot für Militärschüler aufbauen und zugleich die Verbindungen zwischen Bildungseinrichtungen und der Judo-Gemeinschaft stärken.
Das Projekt hat auch eine Sichtbarkeitsdimension. Der Ankündigung zufolge soll die Initiative dazu beitragen, das Ansehen des Judo durch neue Partnerschaften und Sponsoring-Möglichkeiten zu stärken und dem Sport in einem weiteren wichtigen Teil der Gesellschaft einen festeren Platz zu geben.
Die Vereinbarung wurde für das Verteidigungsministerium von Kosanov Dauren Zhumatayevich, Verteidigungsminister der Republik Kasachstan, unterzeichnet. Jenys wurde von Almaz Alsenov, Vorstandsvorsitzender und Berater des IJF-Präsidenten, vertreten, während Marius Vizer im Namen der International Judo Federation unterzeichnete.
Für Kasachstan stärkt dieser Schritt seine Position innerhalb der internationalen Judo-Gemeinschaft in einer Weise, die über Medaillen und die Ausrichtung von Veranstaltungen hinausgeht. Judo wird hier als System von Werten und Bildung präsentiert, nicht nur als Sport, der ein Wochenende lang im Scheinwerferlicht betrieben wird.
Die Botschaft aus Astana war klar: Judo kann Leben weit über den Wettkampf hinaus prägen.
Die Ankündigung fügt sich zudem in einen breiteren internationalen Vorstoß für Judo-Initiativen im Bildungsbereich ein. In diesem Fall greift Kasachstan diese Idee auf und verankert sie in Militärschulen und Akademien, wodurch ein Rahmen entsteht, der eher über Jahre als über Tage Wirkung entfalten könnte.
Wenn das Rampenlicht auf die Grand-Slam-Wettkämpfe verblasst, könnte sich diese Vereinbarung als eines der nachhaltigsten Ergebnisse des Wochenendes erweisen. Sie erinnert daran, dass die Reichweite des Judo weit über die Tatami hinausgehen kann, hinein in Klassenräume, Institutionen und die Prägung künftiger Generationen.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation