Abschied von Jan de Rooij: Der Mentor, der niederländisches Judo prägte
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Der niederländische Judosport trauert um Jan de Rooij. Der langjährige Trainer ist im Alter von 78 Jahren verstorben und hinterlässt eine Lücke, die weit über Medaillenlisten hinausgeht. Bis zuletzt blieb er dem Judo eng verbunden – als Beobachter, Ratgeber und Identifikationsfigur.
Über mehr als fünf Jahrzehnte formte de Rooij Talente und schuf Strukturen, die in den Niederlanden Generationen von Judoka geprägt haben. Zu den bekanntesten Athletinnen aus seinem Umfeld zählen die Olympiamedaillengewinnerinnen Deborah Gravenstijn und Elisabeth Willeboordse, die unter seiner Anleitung zu internationaler Klasse heranwuchsen. Sein Einfluss reichte dabei vom Spitzensport bis in den Alltag im Dojo.
Sein Vermächtnis ist nicht nur sportlich – es ist menschlich.
Auch ein Schlaganfall vor 14 Jahren stoppte seine Leidenschaft nicht. De Rooij verfolgte den Sport weiter mit bemerkenswerter Hartnäckigkeit und beschrieb seine lange gesundheitliche Auseinandersetzung in einer Judometapher: Er habe seit zwölf Jahren einen Armhebel verteidigt, nun sei es Zeit abzuklopfen.
Der frühere Schüler Grim Vuijsters erinnert sich an einen Coach, der für viele mehr als ein Trainer war. Vuijsters, der einst Teddy Riner besiegte, hatte de Rooij in seiner Ecke und führt einen großen Teil seiner Entwicklung auf ihn zurück. Disziplin, Klarheit und direkte Worte gehörten zu de Rooijs Stil – genauso wie echte Fürsorge und Raum, um zu wachsen.
Bis in seine letzten Tage blieb er nah an „seinen“ Athleten. Eine Woche vor seinem Tod meldete er sich noch bei Jur Spijkers, um ihm vor den Europameisterschaften in Tbilisi Erfolg zu wünschen. Für die niederländische Judo-Familie bleibt ein Satz von ihm besonders hängen: „Der Bogen kann nicht immer voll gespannt sein.“
Quelle: JudoInside