Italien gibt in Sarajevo das Tempo vor: dramatischer Auftakt, bewegende Widmungen und knappe Kata-Finals
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Die ersten Medaillen bei den Kata-Europameisterschaften im Judo Sarajevo 2026 brachten alles mit, was Kata so fesselnd macht: Druck, Präzision, Emotionen und so kleine Abstände, dass sie die ganze Geschichte eines Finals veränderten.
Am ersten Tag fielen sechs Titelentscheidungen in Nage-no-Kata, Katame-no-Kata, Ju-no-Kata, Kime-no-Kata, Kodokan Goshin Jutsu und ENBU. Mit einer Rekordzahl von 452 Teilnehmenden aus 28 Nationen war es die bislang größte Ausgabe, und Italien beendete den Tag mit drei Goldmedaillen und einer Bronzemedaille an der Spitze des Medaillenspiegels.
In Nage-no-Kata führte das spanische Paar Saralegui Vallejo Unai und Reguillaga Eizaguirre Unai nach den Vorrunden, doch das Finale gehörte Italiens Mauro Collini und Tommaso Rondinini. Die amtierenden Europameister hielten dem Druck erneut stand und holten mit 395 Punkten Gold. Spanien folgte mit 393,5, während Deutschlands Immo Schmidt und Hendrik Schmidt mit 391,5 Bronze gewannen.
Dieses Ergebnis sagte viel über das Niveau in Sarajevo aus. In der Kategorie traten 31 Paare an, sodass drei Vorrundengruppen nötig waren, und auf dem Finalpodest lagen nur wenige Punkte zwischen den Platzierten.
Katame-no-Kata brachte das nächste große Duell. Die belgischen Brüder Gilon gehörten erneut zu den prägenden Namen, doch Italiens Andrea Fregnan und Pietro Corcioni fanden den entscheidenden Vorteil, als es am meisten darauf ankam. Nach einer Vorrunde, in der die beiden Besten nur ein halber Punkt trennte, gewannen die Italiener das Finale mit 390 Punkten vor Belgien mit 386.
Winzige Abstände machten in Sarajevo jede Bewegung entscheidend.
Ju-no-Kata sorgte für einen der emotionalsten Momente des Tages. Giovanni Tarabelli und Angelica Tarabelli fügten ihrem Familiennamen nicht nur einen weiteren Europatitel hinzu. Nachdem sie vor Kurzem beide Eltern verloren hatten, widmeten die italienischen Geschwister das Gold ihnen und gaben ihrem Sieg damit eine weit tiefere Bedeutung als nur ein Resultat.
Sie hatten die Vorrunde auf Platz zwei beendet, also verlangte das Finale noch eine Antwort. Sie lieferten sie mit Nachdruck und kamen mit 398 Punkten zum Titel. Die Rumäninnen Alina Zaharia und Alina Cheru, die früher am Tag geführt hatten, holten Silber mit 392,5, während Deutschlands Helene Weinmann und Birgit Weinmann mit 388 Bronze gewannen.
Spanien schlug in Kime-no-Kata durch Julian Jose Sanchez-Chaparro Montero und Carlos Alberto Navarrete Cerezo zurück. Nach ihrer Führung in der Vorrunde blieben sie auch im Finale vorn und sicherten sich mit 508,5 Punkten Gold. Das war nach ihrer Bronzemedaille 2025 ein klarer Schritt nach vorn.
Frankreichs Stephane Bega und Gregory Marques folgten dicht dahinter mit 505, während Italiens Enrico Tommasi und Yuri Ferretti mit 503 Bronze holten. Wieder war der Abstand an der Spitze so gering, dass die Spannung bis zum Erscheinen der Wertungen anhielt.
Deutschland gelang in Kodokan Goshin Jutsu der Durchbruch. Andreas Freimuth und Eike Alexander Schmidt kehrten nach Bronze 2025 aufs Podium zurück, diesmal aber ganz nach oben. Ihre Leistung von 518,5 Punkten brachte ihnen den Europatitel vor Spanien mit 513 und Frankreich mit 505.
Deutschland machte aus Bronze im Vorjahr Gold.
Der letzte Titel des Tages ging im ENBU an Slowenien. Da genügend Meldungen eingingen, konnte die Kategorie nach mehreren Ausgaben erstmals wieder offiziell ausgetragen werden; zugleich spiegelte der Wettbewerb auch den jüngsten Aufschwung des ENBU-Judo wider. Slowenien führte die Wertung mit 183,0 Punkten an, erzielt von einem Team aus Kora Kojc, Keno Kojc, Kara Kojc, Kira Kojc, Tomo Mihaljević und Tito Karanjac Kroflič. Kroatien gewann Silber, und Bosnien und Herzegowina vervollständigte das Podium.
Am Ende des ersten Tages waren die Ergebnisse für sich genommen bereits beeindruckend. Doch Sarajevo zeigte noch etwas anderes: Kata bleibt ein Raum, in dem Erfahrung, Familiengeschichten, Comebacks und neuer Schwung alle auf derselben Tatami zusammenkommen können.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union