U52kg-Frauen: Die gefährlichsten Spezialtechniken im Blick

Die Klasse bis 52kg der Frauen hat sich zu einer der spannendsten Gewichtsklassen im Weltjudo entwickelt. Olympiasiegerinnen, Weltmedaillengewinnerinnen und Grand-Slam-Stars treffen hier aufeinander – und fast jede von ihnen besitzt ein Markenzeichen, das ein Finale in Sekunden entscheiden kann.

Uzbekistans Olympiasiegerin Diyora Keldiyorova ist auf dem Boden eiskalt. Ihr juji-gatame kommt oft nach extrem schnellen Übergängen vom Stand ins newaza, wenn der Kampf gerade erst auf den Boden geht. Ihr end-sleeve drop seoi-nage wird häufig mit einem drop sode verwechselt, ist aber ein sehr präziser, ärmelgesteuerter Angriff. Spektakulär wirkt ihre Nutzung des Huizinga roll, aus dem sie fließend in osaekomi, ashi-gatame oder sogar eine Würgetechnik übergeht.

Distria Krasniqi aus Kosovo dominiert viele Kämpfe schon über den Griffkampf. Aus ihrer Kontrolle heraus feuert sie ihren massiven cross-grip osoto-gari ab, mit dem sie etwa in Paris mehrfach zugeschlagen hat. Noch raffinierter ist ihr „catch-up“ uchimata, bei dem das rechte Bein zuerst eintritt und das linke nachzieht, um maximale Hebelwirkung zu erzeugen. Wenn sie diesen Angriff startet, wirkt der Wurf oft unausweichlich.

Europas U52kg-Fighterinnen bringen brutale Vielfalt auf die Tatami.

Die deutsche Athletin Mascha Ballhaus sorgt mit einem mutigen front uchimata für Überraschungen, eine Technik, die bei Frauen eher selten zu sehen ist. Sie geht volles Risiko, denn ein Fehler lädt zur Kontertechnik ein, aber genau dieser Mut macht sie so gefährlich. Ergänzt wird ihr Stil durch einen individuellen tani-otoshi und einen dynamischen Khabarelli mit viel Rotation.

Italiens Odette Giuffrida mischt Täuschung und Präzision. Gegen Linkskämpferinnen täuscht sie oft ippon-seoi-nage an, um dann plötzlich auf kosoto oder tani-otoshi umzuschalten – ein Ansatz, der an Toshihiko Koga erinnert. Ihr ashi-barai kommt immer wieder, bis die Defensive bricht, nichts daran ist zufällig oder chaotisch.

Ariane Toro Soler aus Spanien zeigt, wie Timing stärker sein kann als rohe Angriffswut. Ein Beispiel ist ein Fußfeger genau in dem Moment, in dem die Gegnerin tomoe-nage einleitet – obwohl die Kontrahentin zuerst loslegt, geht der Score an Toro Soler. In dieser Gewichtsklasse entscheiden manchmal nur Bruchteile einer Sekunde.

Fußarbeit, Timing und Mut: U52kg ist ein Techniklabor auf Weltklasse-Niveau.

Quelle: JudoInside

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