From the Tatami to a New Start: IJF’s Refugee Work Through Judo - Image: IJF / International Judo Federation

Von der Tatami zu einem Neuanfang: Die Flüchtlingsarbeit der IJF durch Judo

Am Weltflüchtlingstag rücken Menschen in den Mittelpunkt, nicht Statistiken, und der Internationale Judo-Verband nutzte diesen Moment, um zu zeigen, wie Judo Geflüchteten dabei hilft, ihr Leben neu aufzubauen. Aus Sicht der IJF ist diese Arbeit kein Nebenprojekt. Sie steht im Zentrum der Judo-Mission, wie sie Jigoro Kano Shihan 1882 formulierte.

Über ihre Judo for Peace Commission entwickelt die IJF seit Jahren langfristige Programme für Geflüchtete und vertriebene Gemeinschaften. Diese Arbeit erfolgt gemeinsam mit nationalen Verbänden, lokalen Behörden, NGOs, privaten Partnern und Organisationen wie UNHCR und UNOCT. Die Botschaft ist einfach, aber kraftvoll: Judo kann mehr bieten als Sport.

In lokalen Vereinen, nationalen Verbänden, kontinentalen Unionen und innerhalb der IJF arbeitet die Judo-Gemeinschaft daran, Orte zu schaffen, an denen Geflüchtete nicht nur einbezogen, sondern wirklich willkommen sind. Trainingseinheiten werden zu Räumen, in denen man lernt, Erfahrungen teilt, neues Selbstvertrauen aufbaut und ein Gefühl der Zugehörigkeit zurückgewinnt. Die Unterstützung geht zudem weit über die Tatami hinaus: Bildung, Schutzkonzepte, soziale Hilfe, Infrastruktur und langfristige Perspektiven gehören ebenfalls dazu.

Ein starkes Beispiel ist Judo for Peace South Africa. Dort trainieren Geflüchtete und Mitglieder der Aufnahmegemeinschaften gemeinsam, getragen vom Einsatz lokaler Vereine und Trainer. Das Ergebnis ist mehr als technischer Fortschritt. Die IJF beschreibt Umfelder, in denen Barrieren durch Sprache, Nationalität und Kultur allmählich verblassen, während Freundschaften, Führungskompetenz und sozialer Zusammenhalt wachsen.

Für viele junge Geflüchtete ist die Tatami ein Ort, an dem sie sich wieder normal fühlen können.

Dieselbe Idee zeigt sich auch in Flüchtlingslagern und Siedlungen in Sambia, Malawi, Simbabwe, Südafrika und der Türkei. In diesen Umgebungen gibt Judo Kindern und Jugendlichen einen strukturierten Raum, um Disziplin und Respekt zu lernen, Selbstvertrauen aufzubauen und Kontakte zu den Aufnahmegemeinschaften zu knüpfen. Die Tatami ist damit mehr als nur eine Sportfläche. Sie wird zu einem stabilen Bezugspunkt in einem Leben, das von Vertreibung geprägt ist.

In Sambia, wo Judo-for-Peace-Aktivitäten seit 2016 in Meheba, Mayukwayuka und Mantapala bestehen, hat das Programm Partnerschaften mit nationalen Behörden, dem UNHCR und Sportorganisationen aufgebaut. Der Bau eigener Dojo-Anlagen, stark unterstützt vom Norwegischen Olympischen und Paralympischen Komitee, hat geholfen, regelmäßige und strukturierte Judo-Ausbildung zu ermöglichen.

Im Dzaleka-Flüchtlingslager in Malawi und im Tongogara-Flüchtlingslager in Simbabwe kommen junge Geflüchtete aus verschiedenen Ländern durch Judo zusammen und treten zugleich mit lokalen Gemeinschaften in Kontakt. Sie lernen nicht nur Techniken und Fähigkeiten. Sie übernehmen auch die Werte von Freundschaft, Mut und gegenseitigem Respekt und beteiligen sich an Vorführungen, Bildungsaktivitäten und Umweltinitiativen.

Dieser Punkt ist wichtig. Die IJF betont, dass Geflüchtete nicht nur Unterstützung erhalten. Sie tragen auch zu den Gemeinschaften um sie herum bei.

Judo wird hier als Weg verstanden, nicht nur als Programm.

Einige geflüchtete Judoka haben sogar die höchste Wettkampfebene erreicht. Das IJF Refugee Team war auf der World Judo Tour vertreten, und geflüchtete Athletinnen und Athleten traten auch auf der olympischen Bühne an. Für den Verband zeigen diese Momente, dass Vertreibung nicht die Obergrenze eines Menschen bestimmt, wenn Unterstützung und Chancen vorhanden sind.

Heute ist die IJF auch in der Sport for Refugees Coalition aktiv und bringt die Stimme des Judo in breitere globale Bemühungen rund um Schutz, Inklusion und Entwicklung ein. Am Weltflüchtlingstag war ihre Botschaft klar: Durch eine gemeinsame Tatami, eine Verbeugung und eine Gemeinschaft kann Judo Menschen helfen, wieder eine Zukunft aufzubauen.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

Quelle: Fighting Lifestyle

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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