Wie Khabareli Judo verändert
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Nur wenige Techniken tragen einen so eindeutigen regionalen Fingerabdruck wie obi-tori-gaeshi, landläufig Khabareli genannt. Aus georgischem Ringen gewachsen und während der Sowjetzeit im internationalen Wettkampf geschärft, wurde die Bewegung von Kämpfern wie Shota Chochishvili und Shota Khabareli geprägt.
Die klassische Ausführung ist technisch klar: Ein über-das-Top-Griff an ukes Gürtel mit einer Hand, die andere greift die Hose, tori hakt das Bein innen in einer o-uchi-gari-like Position und zwingt uke in eine Entscheidung. Zieht uke zurück, vollendet tori o-uchi-gari; bleibt uke stehen, trägt man das Gewicht auf ein Bein und dreht ihn in einer ura-nage-like Bewegung. Ist Gürtel und Haken gesetzt, schwinden die Fluchtwege.
Heute existieren moderne Varianten, die die Hosenhand weglassen und stärker auf Gürtelkontrolle und Oberkörperrotation setzen. Double-Olympiasieger Lasha Bekauri zeigt, wie sich die Idee an verschiedene Griffkonstellationen anpassen lässt, wenn Regeln und Körpertypen sich verändern.
Besonders in Europa gibt es präsente Anwender: Deutschland bringt mit Anna-Monta Olek und Mascha Ballhaus Athletinnen hervor, wobei Ballhaus bei den World Championships 2025 Japan’s Omori mit einem Khabareli ippon geworfen hat. Auch Vojin Mandić (Serbien), Mikita Sviryd (Kroatien) und früher Stéphane Traineau (Frankreich) zeigen, wie vielseitig und effektiv die Technik sein kann. Khabareli verlangt Mut, Griffdominanz und Timing — und zahlt das oft reichlich zurück.