Olivier Desroses und der lange Weg ins Rampenlicht der Judo-Referees
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Manchmal beginnt eine große Judo-Geschichte mit einem Satz, der keinen Widerspruch zulässt. Bei Olivier Desroses war es die Entscheidung seines Vaters in Französisch-Guayana: Ab morgen geht’s zum Judo. Desroses war damals 12, sagte nur „Yes, Dad“, blieb dabei – und merkte schnell, dass aus einem Pflichttermin echte Leidenschaft werden kann.
Mit 16 führte ihn sein Weg weg von zuhause: Ein Sport-Studienprogramm brachte ihn aufs französische Festland nach Orléans. Dort begann für ihn das nächste Kapitel, erst als Athlet, dann an der Universität. Und dann kam dieser ungeplante Impuls, der vieles drehte: Mit 18 probierte er das Kampfrichtersein aus, ohne großen Plan, einfach aus Neugier. Es gefiel ihm – und er blieb.
Aus einem Versuch wurde Schritt für Schritt eine Karriere auf Top-Niveau.
2011 erreichte Desroses das kontinentale Referee-Level, 2015 folgte die internationale Lizenz. Dass er 2017 beim Paris Grand Slam sein erstes IJF-Event leitete, beschreibt er selbst als riesigen Meilenstein. Der Moment, in dem aus „vielleicht“ echtes Zieldenken wurde, kam 2018 mit einer Einladung zum Budapest Grand Prix samt IJF-Academy-Session – plötzlich stand die Perspektive „Tokyo 2020“ im Raum.
Es folgten zwei Paralympic Games im Referee-Team: Tokyo 2020 in ungewohnt stiller Covid-Atmosphäre und Paris 2024 mit voller Halle – für ihn zuhause, umgeben von Familie und Freunden. Dazu kamen Einsätze bei den Senior European Championships (2020, 2021, 2023, 2025) und auch bei Weltmeisterschaften.
Heute sagt Desroses offen, dass Nervosität nie ganz verschwindet – nur später einsetzt: oft erst beim ersten „Hajime!“. Sein Fokus: Regeln, Respekt und Kontrolle. Genau diese Mischung macht ihn zu einer europäischen Referenzfigur auf der Matte – streng, aber fair.
Quelle: EJU_News