Historic Home Medal and Dutch Control Shape Adapted Kata in Sarajevo - Image: EJU / European Judo Union

Historische Heimmedaille und niederländische Dominanz prägen Adapted Kata in Sarajevo

Sarajevo sorgte bei den Judo-Europameisterschaften Kata 2026 für einen der bedeutendsten Momente, als das Adapted-Judo-Programm zum dritten Mal in einem vollständig inklusiven Format zurückkehrte. Am Abschlusstag nahmen 36 Judoka aus acht Ländern teil; 18 Paare traten in den offiziellen Kategorien an, dazu kam ein weiteres Paar, das Kodokan Goshin Jutsu als Demonstration zeigte.

Die Resultate waren wichtig, doch ebenso das größere Bild. Adapted Nage-no-Kata bewahrt die Struktur und die Prinzipien der Kodokan Nage-no-Kata und erlaubt zugleich Anpassungen, die den funktionellen Fähigkeiten von Judoka mit Behinderung entsprechen. In Sarajevo stand genau dieses Gleichgewicht aus technischer Präzision, Sicherheit und Inklusion im Mittelpunkt der Veranstaltung.

In Sarajevo zählten Medaillen, aber ebenso jeder einzelne Schritt auf das Tatami.

Die Niederlande waren im gesamten Programm die herausragende Nation. In Nage-no-Kata 1A holten Timo Hup und Robin Gerritsen mit 260 Punkten Gold vor ihren niederländischen Teamkollegen Sanne Simons und Thomas Schepen mit 256. Tom Desantis und Fabian Smit komplettierten mit 242 ein rein niederländisches Podium.

Der niederländische Erfolg setzte sich in Nage-no-Kata 1B fort, wo Jim Van Den Broek und Mitchell Schoonhoven mit 229 Punkten Gold gewannen. Die Rumänen Madalin Constantin und Fabian Ristea folgten mit 220 auf Silberrang.

In Adapted Nage-no-Kata 1B Ne-shisei sicherten Cees Roest und Sebastiaan Fransen den Niederlanden mit 260 Punkten ein weiteres Gold. Die Kroatinnen Petra Orešković und Sanja Delladio gewannen Silber mit 254, während sich die Serben Vinko Lemić und Uglješa Vukobratović mit 244 Bronze sicherten, nachdem sie in den vorigen Ausgaben das Podium verpasst hatten.

Diese serbische Bronzemedaille hatte besonderes Gewicht. Trainerin Sayonela Nela bezeichnete sie als Ergebnis jahrelanger Anstrengungen, täglicher Arbeit und festen Glaubens, insbesondere mit Blick auf den Weg von Vinko Lemić, der mit Zerebralparese lebt und sich zudem 37 Magenoperationen unterzogen hat. Ihre Medaille wurde nicht nur als Platzierung dargestellt, sondern als Beleg für Beharrlichkeit.

In Katame-no-Kata 1B gab es durch Nick Bisschop und Marieke Hessels mit 362 Punkten ein weiteres niederländisches Gold. Sacha Mulder und Abigail Teunissen machten mit Silber und 336 Punkten den niederländischen Doppelerfolg perfekt. Bronze aber ging an die Gastgeber, und das war ein Ergebnis von historischer Bedeutung.

Azra Dedić und Ella Čehajić aus Bosnien und Herzegowina gewannen mit 137 Punkten Bronze und bescherten dem Gastgeberland damit die erste Medaille überhaupt bei Kata-Europameisterschaften sowie die erste Medaille in Adapted Kata auf diesem Niveau. Dedić nannte es ihre erste Europamedaille und sprach von der Freude, sie zu Hause gewonnen zu haben, während Čehajić sagte, sie sei stolz darauf, ihre Freundin als Uke zu unterstützen.

Der lauteste Jubel in der Halle könnte dem Gastgeberland gegolten haben.

Deutschland beendete die niederländische Siegesserie in Adapted Nage-no-Kata 1B Tachi-shisei. Uwe Helmich und Natascha Haseler gewannen nach monatelanger Arbeit am neu getrennten Kategorienformat mit 253 Punkten Gold. Die Slowenen Aljaž Colarič und Tina Peštotnik holten Silber mit 231, und die Italiener Erik Cheli und Mauro Collini sicherten sich Bronze mit 229.

In Katame-no-Kata 1A waren Damian Schoonhoven und Ethan Bink die einzigen Teilnehmer, zeigten aber dennoch eine starke Leistung, kamen auf 353 Punkte und holten Gold für die Niederlande.

Sarajevo bot zudem eine adaptierte Kodokan-Goshin-Jutsu-Demonstration durch die Italiener Erik Cheli und Tommaso Rondinini. Sie zählte nicht für Medaillen, fügte einem Programm aber eine weitere Facette hinzu, das zeigte, wie breit Judo sein kann.

Über das gesamte Tatami hinweg bot Sarajevo mehr als nur einen Medaillenspiegel. Es zeigte Fortschritt, Emotionen und eine Form der Kata, in der technische Qualität und menschliche Widerstandskraft am selben Ort zusammenkamen.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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