Kowalewska bleibt cool: Gold im Golden Score, Eme und Pedrotti sorgen für Europa-Jubel
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Im Finale der Frauen bis 70 kg stand Aleksandra Kowalewska (POL) vor einer echten Bewährungsprobe. Auf der anderen Seite wartete mit Michaela Polleres (AUT) eine doppelte Olympia-Medaillengewinnerin, die vom ersten „hajime“ an das Tempo bestimmte. Doch je länger der Kampf dauerte, desto mehr kippte das Bild: Kowalewska nahm die Aufgabe an und zwang Polleres, immer mehr zu reagieren.
Mit noch 90 Sekunden auf der Uhr setzte die Polin ein seoi-otoshi an, das ganz nah an einem yuko war. Dieser Moment wirkte wie ein Signal, denn Kowalewska blieb bei ihrer Idee, wiederholte das seoi-otoshi und verknüpfte es phasenweise mit weiteren Aktionen. Ein Score lag spürbar in der Luft, während Polleres nicht mehr ganz so frisch wirkte.
Der Umschwung kam nicht laut, aber er kam genau im richtigen Augenblick.
Als der Kampf in den Golden Score ging, machte Kowalewska den entscheidenden Schritt: Mit ko-uchi-gari erzielte sie Waza-ari und holte sich damit den Sieg. Die Überraschung stand ihr ins Gesicht geschrieben, Polleres wirkte dagegen sichtbar frustriert. Für die erst 21-Jährige war es nicht nur Gold in Duschanbe, sondern auch ihre erste Grand-Slam-Medaille überhaupt.
Nach dem Finale sagte Kowalewska, sie könne ihre Gefühle kaum beschreiben, sei vor allem gekommen, um Erfahrung zu sammeln, und habe sich trotz der erfahrenen Gegnerin nicht gestresst gefühlt. Viel Zeit zum Feiern bleibt ihr nicht, denn als Nächstes will sie in Astana antreten.
Auch in den Bronze-Kämpfen gab es europäische Highlights. Clémence Eme (FRA) fand gegen Nika Koren (SLO) lange keine Lücke, doch im Golden Score zündete sie ein sasae-tsuri-komi-ashi zum klaren Ippon. Emotionen inklusive: Es war erst ihre zweite World-Judo-Tour-Medaille.
Im Duell Jana Cvjetko (CRO) gegen Irene Pedrotti endete die Entscheidung überraschend aus einer Aktion der Kroatin heraus. Cvjetko griff mit sutemi-waza an, Pedrotti las es perfekt, ging herum und kam direkt in osaekomi. Für Pedrotti war es die erste Grand-Slam-Medaille.
Europa setzte in Duschanbe gleich mehrere Ausrufezeichen auf der Matte.
Quelle: JudoInside