35 Jahre, viele Titel: Avtandil Tchrikishvilis Weg von Chidaoba zur Weltspitze
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Avtandil Tchrikishvili ist seit Jahren ein Gesicht der georgischen Erfolgsära im Mittelgewicht. Zum 35. Geburtstag rückt noch einmal in den Fokus, wie stark Georgiens Judo von Chidaoba, dem traditionellen Ringkampf des Landes, geprägt ist. Genau dort lernte er zuerst das Ringen, bevor er im Judo seinen Stil verfeinerte.
Seine Karriere zeigt, wie Tradition auf dem Tatami zu moderner Weltklasse werden kann.
Dem Vorbild seines Onkels folgend wechselte Tchrikishvili früh ins Judo und entwickelte eine harte Griffarbeit und einen konsequenten Angriffsmodus. Unter der Anleitung von Guram Modebadze wurde aus Talent ein kompletter Kämpfer, der in der U81kg international Respekt auslöste. Seine Stärke lag nicht nur in Power, sondern auch darin, Kämpfe zu lesen und sich anzupassen.
Der große Höhepunkt kam 2014 bei den Weltmeisterschaften: Tchrikishvili holte den Weltmeistertitel und setzte damit ein klares Ausrufezeichen in einer tief besetzten Gewichtsklasse. In dieser Phase glänzte er auch auf europäischer Bühne besonders hell: dreifacher Europameister, dazu der Titel bei den European Games. Damit wurde er zu einem der verlässlichsten Medaillenkandidaten Europas.
Auch auf der IJF World Tour lieferte er an den größten Orten ab, darunter mit Siegen beim Paris Grand Slam 2014 und 2016. 2016 trug er als Fahnenträger Georgiens in Rio eine besondere Verantwortung.
Nach Rio blieb er dran: 2018 gewann er in Zagreb Gold im U90kg. Später folgten Bronze beim Grand Prix in Antalya und beim Grand Slam in Abu Dhabi. Seine Duelle mit Loïc Pietri waren ausgeglichen (5:5), und mit Takanori Nagase traf er auf einen der härtesten Gegner seiner Zeit.
Mit 35 ist Tchrikishvili weiter ein Symbol für georgische Klasse und europäischen Erfolg.
Mit Team-Erfolgen auf Europa- und Welt-Ebene rundete er sein Profil ab. Und während Georgien demnächst große Events zuhause ausrichtet, bleibt sein Name eng mit einer Generation verbunden, die Chidaoba-Wurzeln in Judo-Medaillen verwandelt hat.
Quelle: JudoInside