Europa-Asse und Judo-Legenden im Fokus am zweiten Tag in Linz
Share
Der zweite Wettkampftag des Upper Austria Grand Prix in Linz bringt eine spannende Mischung aus Superstars und Newcomern auf die Tatami. In mehreren Gewichtsklassen treffen olympische Medaillengewinner auf junge Talente, die auf der World Judo Tour ihren Durchbruch schaffen wollen. Die Starterfelder sind groß, die Qualität hoch – perfekte Bedingungen für Überraschungen.
In der Klasse bis 57 kg kehrt Rafaela Silva aus Brasilien einmal mehr ins Rampenlicht zurück. Die Olympiasiegerin von Rio 2016 und zweifache Weltmeisterin zeigt auch mehr als zehn Jahre nach ihrem ersten großen Titel keine Anzeichen von Nachlassen. Nach ihrem starken Sieg beim Paris Grand Slam reist sie als topgesetzte Athletin nach Linz und gilt klar als Favoritin unter den 28 Starterinnen.
Europas Herausforderinnen wollen Silvas Serie in Linz stoppen.
Gleich mehrere Europäerinnen wollen Silva den Tag verderben. Allen voran Laura Fazliu aus dem Kosovo, die als Olympia- und WM-Medaillengewinnerin längst zur Weltspitze gehört und in Linz auf ein weiteres großes Finale zielt. Gili Sharir aus Israel bringt viel Routine und taktische Stärke mit und zählt ebenfalls zum engsten Favoritenkreis.
In der hochbesetzten Männerklasse bis 73 kg mit 48 Judoka steht Erfahrung im Mittelpunkt. Daniel Cargnin aus Brasilien, Olympia-Dritter von Tokio, ist für sein druckvolles Angriffsjudo und sein cleveres Tempogefühl bekannt. Mit Lasha Shavdatuashvili aus Georgien greift zudem einer der erfolgreichsten Kämpfer seiner Generation an: dreifacher Olympiamedaillengewinner, Olympiasieger von London 2012 und Weltmeister von 2021. Der US-Amerikaner Jack Yonezuka gehört zu den jungen Namen, die das etablierte Feld durcheinanderwirbeln könnten.
In der Klasse bis 70 kg rückt Europa deutlich in den Vordergrund. Aoife Coughlan aus Australien will nach einem enttäuschenden Auftritt in Taschkent einen Neustart hinlegen, doch der Druck von der europäischen Konkurrenz ist groß. Die erst 20-jährige Schweizerin April Lynn Fohou, Junioren-Weltmeisterin 2025 und Finalistin des Paris Grand Slam, gilt als eine der spannendsten Aufsteigerinnen im Feld. Dazu kommt Tais Pina aus Portugal in starker Form, während Kelly Petersen Pollard aus Großbritannien ihre Chance auf eine Podiumsplatzierung sucht.
In der Kategorie bis 81 kg jagt Antonio Esposito aus Italien einem besonderen Kunststück hinterher. Der Italiener hat bereits zwei Grand-Prix-Titel in Österreich gesammelt, 2024 und 2025, und könnte mit einem weiteren Sieg seine persönliche Erfolgsserie in Linz vergolden. Zaur Dvalashvili aus Georgien, der hier schon Bronze gewonnen hat, will ihn vom Thron stoßen, während Abylaikhan Zhubanazar aus Kasachstan bei seinem ersten Auftritt in Linz direkt ein Zeichen setzen möchte. Alles deutet darauf hin, dass der zweite Tag in Oberösterreich packende Duelle und so manche Wendung bereithält.
Quelle: JudoInside