Tbilisi dreht auf: Europas Männer setzen am zweiten Grand-Slam-Tag ein Zeichen

Der zweite Wettkampftag beim Tbilisi Grand Slam 2026 hatte eine klare Botschaft: Europa war da, und zwar laut. Nachdem am ersten Tag die Frauen-Podien europäisch geprägt waren, gehörte der Samstag, 21. März, vor allem den Männern. Insgesamt holte Europa 13 der 16 vergebenen Medaillen – ein Statement, das sich durch mehrere Gewichtsklassen zog.

In der Klasse bis -63 kg lieferten sich die Bronzekämpfe enge Duelle. Gaëtane Deberdt (FRA) fand gegen Kaja Kajzer (SLO) kein Durchkommen und wurde schließlich gekontert, Kajzer nahm Bronze mit. Iva Oberan (CRO) musste gegen Enkhriilen Lkhagvatogoo (MGL) bis in die Schlusssekunden warten, dann nutzte sie ihre Chance und erzielte yuko für den Podestplatz.

Oberan griff im richtigen Moment zu – und ließ sich Bronze nicht mehr nehmen.

Im Finale trafen zwei Weltmeisterinnen aufeinander: Haruka Kaju (JPN) gegen Joanne Van Lieshout (NED). Van Lieshout geriet früh über Shido unter Druck und fand schwer in den Kampf. Als ein dritter Shido folgte, war der Titel weg – Kaju blieb damit in ihrer Serie ungeschlagen und holte erneut Gold.

Bei -73 kg stand Europa besonders im Fokus. Giorgi Loladze (GEO) drehte seinen Bronzekampf gegen Muhammad Demirel (TUR) vor heimischer Kulisse mit einem wuchtigen Wurf zum Ippon. Leonardo Valeriani (ITA) setzte im Finale gegen Valtteri Olin (FIN) einen technischen Glanzpunkt: erst juji-gatame, dann osae-komi, zurück zum Arm – Aufgabe und Gold für Italien.

In -70 kg gab es europäische Lichtblicke, auch wenn das Finale an Madina Taimazova (RUS) ging. Ida Eriksson (SWE) gewann einen langen, taktischen Bronzekampf gegen Tais Pina (POR). Lara Cvjetko (CRO) schied früh aus, was die Kategorie zusätzlich öffnete.

Valeriani machte am Boden den Unterschied – präzise und eiskalt.

Die -81 kg Klasse wurde zum europäischen Drama mit Happy End für Vedat Albayrak (TUR). Erst sicherte sich Mihajlo Simin (SRB) Bronze per ko-uchi-gari zu yuko gegen Timo Cavelius (GER). Danach holte Matthias Casse (BEL) Bronze, nachdem sein kata-guruma zunächst als Ippon gewertet und dann zu Waza-ari korrigiert wurde. Im Finale lag Mykhailo Svidrak (UKR) lange vorn, doch Albayrak drehte in den letzten Sekunden mit Waza-ari alles um.

Auch im Medaillenspiegel zeigt sich Europas Breite: Israel führt mit zwei Gold, einem Silber und einem Bronze. Russland folgt, Frankreich liegt auf Rang drei. Der Schlusstag wartet – auf JudoTV geht es weiter.

Quelle: EJU_News

Zurück zum Blog