Nairne schreibt in Linz britische Judo-Geschichte

In Linz erlebte die Kategorie bis 73kg einen Tag, der britisches Judo-Geschichte schreiben sollte. Ethan Nairne holte sich Gold und wurde damit erst der dritte britische Judoka überhaupt, der seit Einführung der World Judo Tour 2009 einen Grand-Prix-Titel gewinnen konnte. Vom ersten Kampf an wirkte er fokussiert, beweglich und taktisch klar – ein kompletter Auftritt ohne Aussetzer.

Auf dem Weg ins Finale wartete ein brutal starkes Programm. Nairne eliminierte gleich drei olympische Medaillengewinner: Victor Sterpu Osmanov aus Moldau, Italiens Publikumsliebling Fabio Basile und den Brasilianer Daniel Cargnin. Sie alle hatten offenbar nicht mit der explosiven Dynamik und dem konstanten Angriffsdruck des Briten gerechnet.

Europäischer Paukenschlag: Ethan Nairne überrascht eine ganze Gewichtsklasse.

Im Finale traf Nairne auf Bilal Ciloglu aus der Türkei, der selbst eine starke Serie hingelegt hatte. Ciloglu stellte sich deutlich besser auf Nairnes Stil ein, blockte viele seiner Angriffe und machte den Kampf extrem taktisch. Doch der Brite blieb seinem Plan treu: immer wieder ansetzen, nie nachlassen, das Tempo hochhalten.

Als die reguläre Kampfzeit keine Entscheidung brachte, ging es in den Golden Score. Ciloglu wirkte zusehends müder, während Nairne weiter nach vorne marschierte. Nach rund zwei Minuten in der Verlängerung erwischte er den Türken mit einem starken o-soto und bekam dafür yuko zugesprochen. Damit war das Märchen von Linz perfekt und Nairne stand als neuer Grand-Prix-Sieger und europäischer Hoffnungsträger ganz oben auf dem Podium.

Quelle: JudoInside

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