Dicko jagt das nächste Kapitel, Krpálek bringt Erfahrung: Schwere Klassen vor Tiflis im Fokus
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Kurz vor dem ersten Hajime in Tiflis richtet sich der Blick auf zwei Gewichtsklassen, in denen große Namen und offene Fragen zusammenkommen: Frauen +78 kg und Männer +100 kg. Die Delegationen treffen in Georgien ein, die Auslosung steht bevor, und genau in diesen schweren Kategorien ist die Spannung besonders greifbar.
Im Frauenfeld ist Romane Dicko die zentrale Figur. Die Französin reist als amtierende Europameisterin an und bringt eine außergewöhnliche Bilanz mit: fünf EM-Teilnahmen, fünf Titel, keine Niederlage auf kontinentaler Bühne. Dazu kommen olympische Medaillen aus Tokio und Paris sowie ihr WM-Titel von 2022.
Dass diese Klasse trotzdem nicht eindimensional ist, macht das Teilnehmerfeld klar. Raz Hershko, Olympiazweite von Paris, ist ebenso dabei wie die letztjährigen EM-Medaillengewinnerinnen Asya Tavano und Elis Startseva. Auch Lea Fontaine und Helena Vukovic gehören zu den Top-Namen, wodurch die +78-kg-Kategorie stark europäisch geprägt und zugleich sportlich dicht besetzt wirkt.
Dickos Serie bei Europameisterschaften ist eines der markantesten Themen vor Tiflis.
Besonders aus europäischer Sicht fällt auf, wie viele Athletinnen aus dem Kontinent realistische Ansprüche auf das Podium haben. Trotzdem führt kaum ein Weg an Dicko vorbei, wenn es um die Goldfrage geht. Nur Startseva und Tavano konnten sie im aktuellen Feld bislang jeweils einmal bezwingen, doch die direkten Vergleiche sprechen weiter klar für die Französin.
Bei den Männern +100 kg sorgt vor allem ein Ausfall für Bewegung: Titelverteidiger Inal Tasoev wird in Tiflis nicht antreten. Damit öffnet sich das Rennen, und mehrere erfahrene Schwergewichte wittern ihre Chance. Aus europäischer Perspektive stehen besonders Lukáš Krpálek, Jur Spijkers und Martti Puumalainen im Mittelpunkt, während Gastgeber Guram Tushishvili auf den Heimvorteil setzt.
Krpálek bringt dabei einen Lebenslauf mit, der sofort Respekt auslöst. Der Tscheche ist Doppel-Olympiasieger, mehrfacher Weltmeister und bereits dreifacher Europameister. Mit 35 Jahren bestreitet er nun seine 15. Senioren-EM, was in einem so physischen Limit eine bemerkenswerte Konstanz zeigt.
Tushishvili könnte derweil eine besondere Geschichte schreiben. Der Georgier hat in dieser Klasse bereits zweimal EM-Gold geholt und bekommt nun die Chance, vor heimischem Publikum nachzulegen. Dazu kommt das bekannte Duell mit Tamerlan Bashaev, das auf internationaler Ebene schon elfmal ausgetragen wurde und erneut zu einem Schlüsselmoment werden könnte.
In +100 kg ist nach Tasoevs Absage plötzlich vieles offen.
Tiflis bekommt damit zum Abschluss der Vorschau genau das, was ein starkes EM-Turnier braucht: eine scheinbar dominante Favoritin bei den Frauen und ein deutlich offeneres Rennen bei den Männern. Für Europas Schwergewichte ist die Bühne bereitet.
Quelle: EJU_News