Tschechisches Judo setzt auf Stabilität, während Pavel Volek die nächste Phase skizziert
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Das tschechische Judo wird unter vertrauter Führung weitergehen, nachdem Pavel Volek als Präsident des Tschechischen Judo-Verbands wiedergewählt wurde. Das Ergebnis sichert Kontinuität an der Spitze des Verbands in einer Phase, in der der Sport auf seiner bestehenden Struktur und den bisherigen Wettkampffortschritten aufbauen will.
Volek bezeichnete das neue Mandat als Ehre und Verantwortung zugleich. Seine Botschaft war klar: Die Zukunft des Verbands hängt von drei miteinander verbundenen Prioritäten ab: Organisation, Mitgliederentwicklung und internationaler Erfolg. Aus seiner Sicht lassen sich diese Bereiche nicht voneinander trennen, denn eine starke Basis unterstützt die Athletinnen und Athleten, und eine starke Organisation trägt das gesamte System.
Für das tschechische Judo ging es bei dieser Abstimmung um mehr als nur um ein Amt.
Ein wesentlicher Teil des Plans besteht darin, den Regionen mehr Befugnisse und Unterstützung zu geben, statt alles in Prag zu konzentrieren. Volek sagte, der Verband verstehe sich als Dienstleister für regionale Strukturen und Vereine, mit dem Ziel, sie durch eigenständige Budgets und hauptamtliche Trainerinnen und Trainer in den Regionen zu stärken.
Auch das Wettkampfmanagement gehört zur nächsten Phase. Volek nannte die Modernisierung der Technischen Kommission und die vollständige Digitalisierung des Turniermanagements als Prioritäten. Zudem hob er die Kampfrichterinnen und Kampfrichter als unverzichtbar für die Gesundheit des Sports hervor, mit einem Schwerpunkt auf der Gewinnung und Ausbildung junger Offizieller, um hohe Turnierstandards zu sichern.
Auch internationale Verbindungen bleiben ein wichtiger Teil der Strategie. Der Verband will seine Beziehungen zu benachbarten Verbänden, zur EJU und zur IJF weiter ausbauen. Die Ausrichtung von Veranstaltungen wie European Opens, Junioren- und Kadetten-Europacups, Hopes-Turnieren und internationalen Trainingslagern gilt als zentraler Weg, um hochklassiges Judo direkt zu den tschechischen Athletinnen und Athleten zu bringen.
Auch das Mitgliederwachstum ist ein wichtiges Ziel. Laut Volek liegt das tschechische Judo nahe an der Marke von 21.000 Mitgliedern, und das Ziel ist nicht nur, diese Zahl zu halten, sondern sie durch Nachwuchsgewinnung in Schulen und lokalen Vereinen weiter zu steigern. Er betonte außerdem die Notwendigkeit gut ausgebildeter und motivierter Trainerinnen und Trainer sowie von Praktika, Seminaren und fortlaufender Trainerunterstützung in Sportzentren in allen Regionen.
Zugleich gab es ein klares Bekenntnis zu bestimmten Bereichen der Judo-Gemeinschaft, darunter Frauen- und Mädchen-Judo sowie Veteranen-Judo. Das ist nicht nur für die Leistung wichtig, sondern auch dafür, die Gemeinschaft und die Traditionen des Sports lebendig zu halten.
Im Leistungsbereich gehört einer der größten Schwerpunkte dem schwierigen Schritt vom Junioren- zum Seniorenbereich. Volek bezeichnete die Junioren-Nationalmannschaft in diesem Zyklus als zentrale Priorität und beschrieb sie als entscheidende Brücke, auf der künftige Medaillenkandidatinnen und -kandidaten im Seniorenbereich geformt werden. Er sagte auch, dass die Unterstützung für das Frauen-Judo fortgesetzt werde, und verwies auf historische Europameistertitel als Beleg dafür, dass die Investitionen bereits Ergebnisse gebracht haben.
Der Sprung von den Junioren zu den Senioren könnte das nächste Kapitel prägen.
Mit Blick weiter nach vorn will der Verband dem Olympiateam die bestmöglichen Bedingungen in der Vorbereitung auf Los Angeles 2028 bieten. Am Ende dieser neuen Amtszeit möchte Volek nach eigenen Worten, dass die Judo-Gemeinschaft einen Verband sieht, der sich modernisiert hat und zugleich den Grundwerten des Judo treu geblieben ist.
Genau dieses Gleichgewicht strebt das tschechische Judo nun an: stärkere Regionen, eine breitere Basis und Athletinnen und Athleten mit besserer Unterstützung auf dem Weg zu großen internationalen Medaillen. Für den Moment ist die Botschaft dieser Wahl einfach. Das tschechische Judo hat sich für Stabilität entschieden und damit für einen langfristigen Plan, der von Grund auf aufgebaut ist.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union