Ein Kapitel geht zu: Christa Deguchi beendet ihre Wettkampfkarriere
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Christa Deguchi (CAN) hat ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärt und damit eine Ära beendet, die den kanadischen Judo-Sport geprägt hat. Mit 30 Jahren verabschiedet sie sich als Olympiasiegerin, zweifache Weltmeisterin, Pan-American Champion und als vielfach dekorierte Athletin der World Judo Tour. Ihr letzter Auftritt war zugleich der größte: der Olympiasieg bei den Spielen in Paris 2024, Kanadas erstes Judo-Olympiagold überhaupt.
Ihr letzter Wettkampf endete ganz oben – schöner kann ein Abschied kaum aussehen.
Deguchi wurde in Japan geboren und wechselte 2017 in die kanadische Nationalmannschaft. Der Start verlief nicht sofort nach Plan: Bei ihren ersten Grand Slams in Abu Dhabi und Tokyo schied sie früh aus. Der Knoten platzte 2018 in Paris, als sie im Finale Tsukasa Yoshida besiegte – ein Moment, der ihr Selbstvertrauen sichtbar veränderte und ihren Weg in die Weltspitze festigte.
Nach dem Höhepunkt in Paris 2024 folgten Monate, in denen sie laut eigener Aussage mit körperlichen und mentalen Herausforderungen zu kämpfen hatte. Sie dachte zunächst über ein Comeback nach, unter anderem beim Grand Slam in Ulaanbaatar, merkte in der Vorbereitung aber, dass Motivation und „Funke“ für die Opfer des Spitzensports nicht mehr wie früher da waren – inklusive der Belastungen rund um das Gewichtmachen.
Wichtig ist: Deguchi betont, sie habe den Zeitpunkt bewusst gewählt und könne auf eine Karriere ohne große Verletzungen zurückblicken. Ganz weg vom Judo will sie trotzdem nicht, sondern in der Community bleiben und junge Athletinnen und Athleten inspirieren.
Zu ihrer Geschichte gehört auch die intensive interne Konkurrenz mit Teamkollegin Jessica Klimkait, die 2021 in Tokyo Bronze gewann, während Deguchi nicht qualifiziert war. Rückblickend sieht Deguchi diese Rivalität als einen Schlüssel zu ihrer späteren Stärke.
Besonders emotional war Paris auch als Familienmoment: Ihre jüngere Schwester Kelly Deguchi stand ebenfalls bei den Spielen auf der Matte; später entschieden sich beide, aus dem Elite-Sport auszusteigen. Deguchi bedankte sich zudem ausdrücklich bei Judo Canada und ihren Coaches für die Unterstützung auf dem Weg an die Spitze.
Quelle: JudoInside