Berlin wird zum Härtetest für Europas Nachwuchs auf der Cadet-Tour
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Berlin steht an diesem Wochenende wieder im Mittelpunkt des internationalen U18-Judo. Beim Berlin "Millennium Team" European Cadet Cup 2026 sollen im Sportforum Berlin laut aktueller Meldeliste 774 Judoka aus 36 Nationen auf die Tatami gehen. Die größte Mannschaft stellt Gastgeber Deutschland, dahinter folgen Israel und Spanien.
Für viele Athletinnen und Athleten geht es nicht nur um Medaillen, sondern auch um wichtige internationale Erfahrung und um Punkte im Blick auf die kommenden kontinentalen und weltweiten Höhepunkte. Das Feld ist stark besetzt: Mehrere Medaillengewinnerinnen und Medaillengewinner der Cadet World Championships Sofia 2025 und der Cadet European Championships Skopje 2025 sind in Berlin dabei.
Besonders spannend wirkt der Sonntag mit zwei Titelverteidigern, die erneut als Gesetzte anreisen. Elif Kilic kehrt nach ihrem Erfolg von 2025 und dem späteren EM-Silber in Skopje in die −57-kg-Klasse zurück. Tajus Babaicenko gehört aus europäischer Sicht zu den interessantesten Namen des Wochenendes: Der Litauer gewann 2025 in Berlin, holte Bronze bei den Europa- und Weltmeisterschaften der Kadetten und tritt nun nach seinem Wechsel in die Klasse bis −90 kg mit viel Selbstvertrauen an. In dieser Saison siegte er bereits bei den European Cadet Cups in Rom und Samorin.
Tajus Babaicenko reist mit starker Form und viel europäischem Rückenwind nach Berlin.
Ein echter Blickfang am Samstag dürfte die Frauenklasse bis −44 kg werden. Sofia Mavrova hat auf der Millennium Team European Cadet Tour 2026 bereits Gold in Antalya und Rom sowie Silber in Ganja geholt. Yagmur Yilmaztürk kommt mit Siegen in Teplice und Ganja, während Sofia Longo mit zwei Bronzen ebenfalls Konstanz gezeigt hat. Dazu stoßen mit Dilafruz Boltaboeva und Fenne Peeters zwei Athletinnen aus der −40-kg-Klasse in ein Feld, das schon vor dem ersten Kampf nach offenem Schlagabtausch klingt.
Für Deutschland hat das Turnier noch eine zusätzliche Bedeutung. Es ist ein Heimauftritt vor Familie und Freunden und zugleich ein wichtiger Schritt im Auswahlprozess vor den Cadet European Championships. U18-Bundestrainer Jens Malewany bremst dennoch die Erwartungen. Nach einem soliden Auftritt in Teplice mit zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen will das Team in Berlin nachlegen, muss aber auch Ausfälle verkraften: Jolina Reinhold und Hannah Glauner fehlen verletzt.
Malewany betont deshalb nicht nur Ergebnisse, sondern vor allem Entwicklung. Vielseitigkeit, klare Kampfstruktur und gute Übergänge in den Boden stehen für ihn im Fokus. Genau das macht Berlin zu mehr als nur einem großen Turnier: Es ist ein Wochenende, an dem sich zeigen kann, wer in Europas Nachwuchs ganz vorne mitkämpft.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union