Bellandi setzt in Tiflis den fehlenden Titelpunkt
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Alice Bellandi ist in Tiflis mit einem klaren Ziel auf die Matte gegangen: Der letzte große Titel auf Seniorenebene sollte her. Die Italienerin, bereits Olympiasiegerin und Weltmeisterin, hatte bei den Europameisterschaften noch Gold vermisst. In Georgien gelang ihr nun genau dieser Schritt.
Der Start in den Wettkampftag lief fast nach Plan. Nach einem Freilos gewann Bellandi ihren ersten Kampf in nur einer Minute. Gegen Aleksandra Babintseva wurde es danach deutlich unangenehmer, doch zwei kleine Wertungen reichten, um das Halbfinale zu erreichen.
Auch dort bekam Bellandi nichts geschenkt. Kaila Issoufi aus Frankreich verlangte ihr alles ab, und die Entscheidung fiel erst nach der regulären Kampfzeit mit einem knappen Vorsprung zugunsten der Italienerin. Es war kein lockerer Durchmarsch, sondern ein Arbeitstag auf höchstem Niveau.
Im Finale musste Bellandi noch einmal alles zusammenbringen.
Auf der anderen Seite des Tableaus überzeugte Emma Reid. Die Britin, bereits WM-Dritte 2024, stoppte Metka Lotnik aus Slowenien im Halbfinale nach nur einer Minute mit einem Armhebel und zog damit erstmals in ein EM-Finale auf Seniorenebene ein. Für das europäische Feld war das ein starkes Signal.
Im Endkampf erhöhte Bellandi das Tempo früh, doch Reid fand mehrfach zu ihrem bevorzugten Griff und setzte die Italienerin unter Druck. Die entscheidende Szene kam erst in der Schlussminute, als eine Kombination aus seoi-otoshi und ko-uchi-gake den Unterschied machte. Danach brachte Bellandi den Vorsprung ins Ziel und durfte endlich ihren ersten europäischen Seniorentitel feiern.
Auch hinter dem Gold gab es emotionale Momente für Europa. Reid sicherte Silber und damit ihre erste EM-Medaille bei den Seniorinnen. Bronze ging an Metka Lobnik aus Slowenien, die nach einer Disqualifikation von Babintseva jubeln durfte, sowie an Kaila Issoufi, die sich mit einem kontrollierten Auftritt gegen Julie Hoelterhoff aus Deutschland ihre erste Medaille bei Senioren-Europameisterschaften holte.
Für Bellandi war es der fehlende Baustein. Für andere Europäerinnen war Tiflis ein Turnier der ersten großen Durchbrüche.
Quelle: EJU_News