Austria’s road to Tbilisi: Yvonne Bönisch bets on trust, not templates

Österreichs Kurs Richtung Tbilisi: Yvonne Bönisch setzt auf Vertrauen und Individualität

Yvonne Bönisch weiß, wie sich ein großer Tag anfühlt: 2004 holte sie Olympia-Gold, heute führt sie als Cheftrainerin das österreichische Team. Vor den Europameisterschaften in Tbilisi (16.–19. April) sprach sie am Rande des EJU-OTC in Tata über das, was für sie den Unterschied macht – und warum sie ihr eigenes früheres Erfolgsrezept nicht einfach kopieren lässt.

Im Zentrum steht für Bönisch ein klarer Grundsatz: Jede Athletin und jeder Athlet soll individuell aufgebaut werden. Nur weil ihre eigene Parade-Technik Kosoto-Gake war, müsse das nicht für alle passen. Entscheidend sei, dass jede Person genau die Vorbereitung bekommt, die zu Körper, Stil und Persönlichkeit passt – damit man auf der Matte als „Team Austria“ erkennbar ist.

Für Bönisch beginnt Spitzenleistung nicht bei der Technik, sondern bei Vertrauen.

Nach dem Linz Grand Prix 2026 blieb bei ihr nicht viel schönzureden. Als Heim-Event war das Ergebnis für das Umfeld enttäuschend, auch wenn Michaela Polleres Gold holte. Bönisch erinnerte daran, dass es erst der zweite Linz-Goldmoment in vier Jahren war – der andere ging auf Shamil Borchashvili zurück. Gerade weil die Aushängeschilder lieferten, tat das Gesamtbild umso mehr weh.

Statt Alarmismus beschreibt sie den Weg zurück als Analysearbeit: Ursachen suchen, daraus lernen, besser werden. Verletzungen hätten zusätzlich gebremst, ohne dass sie das als Ausrede verstanden wissen will. Ihre Botschaft: Wer täglich hart arbeitet, darf Rückschläge nicht zum Endpunkt machen.

Mental ist für sie vieles Teamarbeit: Viele Top-Athletinnen und -Athleten nutzen mentale Coaches, aber der Draht zum Trainerstab sei „key“. Man verbringe mehr als die Hälfte des Jahres zusammen, eher wie eine Familie, nicht wie Freunde.

Für Tbilisi nennt sie mit Lubjana Piovesana und Polleres zwei weibliche Top-Namen, dazu Männer mit Grand-Prix- und Grand-Slam-Medaillen. Ein erfolgreiches Ergebnis wäre für sie schon ein Podestplatz plus ein weiteres Top-7-Resultat – vor allem aber eine sichtbar bessere Performance als in Linz, als Statement für Europas Bühne.

Quelle: EJU_News

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