Arbuzov setzt in Tiflis das Ausrufezeichen, Simin überrascht und Finnland bleibt nah dran
Teilen
Der Schlusstag in Tiflis brachte im starken Feld eine Entscheidung, die schon in den ersten Sekunden des Finals elektrisierte. Timur Arbuzov trat als Topgesetzter an, doch auf dem Weg zum Titel warteten mehrere große Namen. Am Ende lieferte er genau dann seine klarste Leistung ab, als der Druck am höchsten war.
Im Endkampf gegen Lokalmatador Tato Grigalashvili erwischte Arbuzov einen Start, der die Halle sofort verstummen ließ. Gleich im ersten Austausch brachte er seinen Gegner mit Seoi-otoshi zu Waza-ari zu Boden. Kurz darauf legte er mit Ko-uchi-gari ein Yuko nach, bevor er den Kampf mit einer dritten Aktion per Ippon beendete.
Drei Wertungen in Serie entschieden ein Finale auf spektakuläre Weise.
Für das georgische Publikum war das ein harter Moment, denn Grigalashvili hatte zuvor den Erwartungen des Heimturniers standgehalten. Der an Nummer zwei gesetzte Georgier arbeitete sich bis ins Finale vor und setzte sich im Halbfinale knapp gegen Zelim Tckaev aus Aserbaidschan durch. Gerade deshalb wirkte das Finale so besonders: Es war kein Zufallstreffer, sondern ein kompromissloser Auftritt gegen einen der stärksten Männer des Feldes.
Aus europäischer Sicht gab es dahinter weitere starke Geschichten. Mihajlo Simin aus Serbien spielte sich mit einem bemerkenswerten Lauf ins Halbfinale, nachdem er Matthias Casse aus Belgien ausgeschaltet hatte. Gegen Arbuzov verlor er dort nur mit einem Yuko und holte später Bronze, als er Eetu Ihanamaki aus Finnland im Golden Score nach einem Konter bezwang. Für Serbien war es die erste Medaille dieser Europameisterschaften 2026.
Auch wenn Matthias Casse am Ende ohne Edelmetall blieb, zeigte sich die europäische Tiefe in dieser Gewichtsklasse deutlich. Im ersten Bronzekampf musste sich der Belgier Zelim Tckaev geschlagen geben, nachdem ein früher Uchi-mata die Richtung vorgab. Ihanamaki wiederum blieb bis zum Schluss im Rennen und bestätigte mit seinem Auftritt, dass auch Finnland in diesem Feld unbequem war.
Simins Bronze war ein starkes Signal für Serbiens Zukunft auf Seniorenniveau.
Quelle: EJU_News