Arbuzov setzt in Tiflis ein Zeichen und denkt schon an den nächsten Schritt
Teilen
Timur Arbuzov ist erst 22 Jahre alt, doch in Tiflis hat er erneut gezeigt, wie weit er in seiner Karriere schon ist. Der Russe holte bei den Europameisterschaften 2026 seinen zweiten kontinentalen Titel in der Klasse bis 81 kg und besiegte im Finale den georgischen Publikumsliebling Tato Grigalashvili nach nur 1:37 Minuten. Gerade weil viele mit einem langen, harten Endkampf gerechnet hatten, wirkte dieser Abschluss besonders eindrucksvoll.
Auch Arbuzov selbst schien vom schnellen Ende überrascht. Nach seinen Aussagen hatte er sich mental eher auf ein zähes Duell bis ins Golden Score eingestellt. Der frühe Wurf brachte ihm jedoch die Kontrolle, und danach fand Grigalashvili offenbar nicht mehr in seinen Rhythmus.
Für Arbuzov war der wichtigste innere Test aber schon früher am Tag gekommen. Besonders aufmerksam ging er in seinen ersten Kampf, weil er gegen den Schweizer Aurelien Bonferroni bereits einmal verloren hatte. Dieses Mal lief es aus seiner Sicht deutlich besser, und genau dieser Auftaktsieg gab ihm danach auch mental Sicherheit.
Der erste Kampf des Tages war für ihn wohl wichtiger als das Finale.
Neben dem Titel bleibt auch sein sportlicher Weg spannend. Arbuzov erklärte, dass er diese Olympia-Periode noch in der Klasse bis 81 kg bestreiten möchte, danach aber einen Wechsel ins -90kg plant. Er begründet das vor allem mit Wachstum, Gewichtsmanagement und dem Wunsch, den Körper über eine lange Karriere hinweg zu schonen.
Seine Entwicklung kommt nicht zufällig. Arbuzov stammt aus einer Judo-Familie, wurde von seinem Vater an den Sport herangeführt und betont selbst, wie wichtig Beweglichkeit und konsequentes Stretching seit der Kindheit für seinen Stil sind. Auf der Matte sieht man genau das: viel Geschmeidigkeit, schnelle Richtungswechsel und ein Gefühl für den richtigen Moment.
Bemerkenswert aus europäischer Sicht bleibt auch, dass mit Grigalashvili und Bonferroni zwei starke Namen aus dem Kontinentalfeld Teil seiner Geschichte in Tiflis waren. Arbuzov gewann den Titel in einem Umfeld mit hohem Druck und starker Konkurrenz. Gleichzeitig denkt er längst weiter: Richtung Los Angeles 2028, Richtung Zukunft und vielleicht sogar Richtung -90kg.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union