Lommel statt Elite-Druck: Eine Schweizer Trainerin findet das passende Camp

Nicht jedes Trainingslager muss nur für die absolute Spitze gemacht sein. In Lommel (Belgien) trafen sich vom 13. bis 15. März junge Judoka zu einem Camp, das genau diese Lücke füllt: ambitioniert, aber zugänglich. Die Ilse Heylen Academy organisierte das jährliche Jugend-Trainingscamp, dieses Jahr gemeinsam mit der European Judo Union.

Mit dabei war erstmals der Judo Club Cortaillod-Neuchâtel aus der Schweiz, angeführt von Cheftrainerin Désirée Gabriel. Der Anstoß war ganz pragmatisch: Eine E-Mail kam zur richtigen Zeit, die Termine passten perfekt in die Saisonplanung. Doch schnell wurde klar, dass es um mehr ging als um einen freien Kalender.

Gabriel überzeugte vor allem die Ausrichtung auf unterschiedliche Erfahrungsstufen. Für sie als Vereinstrainerin war entscheidend, dass das Camp nicht nur auf Topathletinnen und -athleten zugeschnitten ist, sondern auch jüngeren Judoka und weniger Erfahrenen echte Entwicklung ermöglicht. Sie reiste mit einer bewusst kleinen Gruppe ihrer U18-Athleten an, um zuerst zu testen, wie das Format zu ihrem Team passt.

Für viele junge Judoka ist das richtige Niveau der Schlüssel, um dranzubleiben.

Die Eindrücke fielen deutlich positiv aus: Organisation und Kommunikation vorab seien reibungslos gewesen, die Antworten schnell, und auch die Logistik vor Ort habe überzeugt. Sogar Kleinigkeiten wie die Möglichkeit, Fahrräder zu mieten und unkompliziert zwischen Center Parcs und Trainingshalle zu pendeln, machten den Aufenthalt leichter.

Für den Verein ist damit eine Entscheidung in Sicht: Gabriel geht davon aus, das Camp im nächsten Jahr fest einzuplanen – dann möglicherweise mit einer größeren Gruppe und vielleicht auch mit U15.

Im Blick hat sie zudem eine stärkere Rolle der EJU auf Vereinsebene. Eine Art „Camp-Tour“ mit Austauschformaten könnte Clubs und Verbände zusätzlich motivieren. Ihre Botschaft bleibt dabei bodenständig: Judo braucht nicht nur den Traum von Olympiasiegen, sondern eine breite Basis – Judoka, die lange dabeibleiben und später als Coaches, Volunteers oder Funktionäre die Sportart tragen.

Gerade für ihre Athletinnen wird das greifbar: Eine von ihnen ist zuletzt in regionale und nationale Teamaktivitäten aufgenommen worden, inklusive möglicher Starts bei U18 European Cups. Die anderen sind aktuell nicht selektiert, aber hoch motiviert. Und genau hier sieht Gabriel den Wert von Lommel: neue Trainingspartner, neue Herausforderungen – ohne gleich ein Niveau zu erzwingen, das demotivieren oder das Verletzungsrisiko erhöhen könnte.

Quelle: EJU_News

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