Ein Leben für Judo: Mikami erhält den 10. Dan
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Kazuhiro Mikami Sensei erhielt seinen 10. Dan während des Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam 2026 und damit den höchsten Grad im Judo. Marius Vizer und Sergei Ashwanden überreichten ihm die Auszeichnung in Lausanne, jener Stadt, die zum Zentrum von Mikami Senseis langjährigem Schweizer Judo-Weg geworden ist.
Die Auszeichnung würdigt weit mehr als Erfolge im Wettkampf. Sie ehrt ein Leben im Dienst des Unterrichts, der technischen Entwicklung und der Weitergabe des japanischen Judo sowie einen Einfluss, der den Sport in der Schweiz über Jahrzehnte mitgeprägt hat.
Mikami Sensei wurde am 12. September 1939 in Hakodate, Japan, geboren, begann früh mit Judo und erwarb 1955 seinen ersten Dan. Zwischen 1955 und 1964 erreichte er bei 26 bedeutenden Turnieren einen Podestplatz und etablierte sich unter Japans führenden Hochschuljudoka.
Seine frühen Aufgaben waren bereits bedeutend. Mikami Sensei führte sowohl das Team der Universität Tokio als auch das japanische Universitätsteam als Kapitän und arbeitete zugleich als Ausbilder in der internationalen Abteilung des Kodokan sowie bei der Polizei von Tokio.
Ausgebildet von prägenden Persönlichkeiten des Kodokan, darunter dem verstorbenen Toshiro Daigo Sensei, 10. Dan, kam Mikami Sensei im Januar 1966 in die Schweiz. Der Kodokan hatte ihn entsandt, um Judo zu fördern, und er ließ sich in der Region Lausanne nieder, wo er bis heute ein engagierter Botschafter des japanischen Judo geblieben ist.
Lausanne wurde zum Ort, an dem Mikami Senseis Judo-Vermächtnis in der Schweiz Wurzeln schlug.
Seine Wirkung reichte vom Dojo bis auf die nationale Ebene. Von ihm betreute Teams gewannen zahlreiche Schweizer Titel, während viele seiner Schüler nationale Meister wurden und die Schweiz international vertraten. Einer von ihnen war Sergei Aschwanden, der bei Peking 2008 Olympiabronze, WM-Silber und zwei Europameistertitel gewann.
Von 1970 bis 1979 betreute Mikami Sensei die Dan-Grade der Schweiz. 1975 gründete er die Mikami Judo School, die später als Mikami Judo Club Lausanne bekannt wurde, und unterrichtete weiterhin, leitete technische Lehrgänge, unterstützte die Trainerausbildung und wirkte an der Kata-Ausbildung mit.
Seit 1984 ist er zudem als Kampfrichter bei den Schweizer Kata-Meisterschaften tätig und leitete das International Kata Camp in Fiesch. Seine Arbeit wurde sowohl in der Schweiz als auch in Japan gewürdigt: Der Kodokan verlieh ihm 2022 den 9. Dan, während das japanische Außenministerium seine Rolle bei der Förderung Japans im Ausland ehrte.
2025 verlieh Kaiser Naruhito Mikami Sensei den Orden der Aufgehenden Sonne, 5. Klasse. Sein 10. Dan in Lausanne bringt einer Laufbahn, die untrennbar mit Judo und seiner Weitergabe über Generationen verbunden ist, nun eine weitere bedeutende Anerkennung.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation